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Russlands Olympia-Start rückt näher - Kurswechsel der WADA

Russlands Olympia-Start rückt näher - Kurswechsel der WADA
Von SID

15/09/2017 um 20:05Aktualisiert 15/09/2017 um 21:36

Russland kann sich wohl allmählich auf einen Start bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang einstellen. Ein Ausschluss durch das IOC wird immer unwahrscheinlicher. WADA-Chef Craig Reedie geht auf Russland zu, lobt auffällig die Reformen der Russen. Außerdem steigt der Zeitdruck im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

Gnade für Russland in der Doping-Krise? Viel deutet darauf hin. Beim IOC-Gipfel in Lima bröckelt die Anti-Russland-Front zunehmend. Die WADA rückte immer weiter von ihrem Anti-Kurs ab, wetterte stattdessen am Freitag gegen die Nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs), die einen Ausschluss des Riesenreichs von den Winterspielen in Pyeongchang im Februar gefordert hatten.

Geldstrafen für Doper möglich

Gleichzeitig beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Einführung einer Geldstrafe für Athleten und Teams, die gegen Doping-Richtlinien verstoßen. Der Beschluss wurde in der Olympischen Charta verankert und ist brisant. Im Vorfeld des Gipfels von Lima gab es Berichte, wonach Russland mit einer hohen Geldstrafe von 100 Millionen Dollar davonkommen solle und von einem Olympia-Ausschluss verschont bliebe.

Es scheint, als habe die IOC-Spitze um Präsident Thomas Bach die WADA rechtzeitig auf ihre Linie gebracht. Schon vor Rio hatte das IOC auf einen Kollektiv-Ausschluss Russlands verzichtet. Das größte Flächenland der Erde soll bei den Winterspielen in Sotschi im ebenso großen Stil gedopt haben, der kanadische Sonderermittler Richard McLaren hatte dem Gastgeber ein systematisches Doping über Jahre hinweg attestiert.

Grobe Meinungsänderung bei WADA-Chef Reedie

WADA-Chef Craig Reedie lobte am Freitag auffallend die Reformen in Russland im Anti-Doping-Kampf. Noch vor gut einem Jahr hatte seine Agentur den Ausschluss von Rio gefordert. Nun schlägt er in Lima einen anderen Ton an:

"Es gibt einen großen Fortschritt in Russland. Es ist wichtig, dass die Russische Nationale Anti-Doping-Agentur wieder ihre Arbeit aufnimmt."

Der Schotte betonte, dass es wichtig sei, dass die NADOs unabhängig seien, aber das bringe auch Verantwortung mit sich. Die NADOs würden den Fortschritt in Russland aber in keiner Weise anerkennen, das sei ein Fehler. "Die Arbeit der NADOs ist nicht hilfreich", betonte Reedie.

Schukow bleibt unbeeindruckt

Russland wollte das aber noch nicht als Sieg verstehen. "Wir sind froh, dass Herr Reedie den Fortschritt lobt und sich von den Nationalen Agenturen distanziert", sagte Alexander Schukow, Chef des Nationalen Olympischen Komitees Russlands in Lima und fügte an: "Wir müssen ruhig bleiben und arbeiten."

Zuvor hatte IOC-Mitglied Dennis Oswald die Ergebnisse seiner Kommission vorgestellt, die die Dopingvergehen der russischen Sportler bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi untersucht. Der Schweizer betonte, dass man noch mehr Zeit brauche und die Resultate einer forensischen Untersuchung abwarten müsse.

Zeitdruck wegen Olympischer Winterspiele

Derzeit werden 50 Flaschen mit Doping-Proben russischer Sportler geprüft. "Wenn wir die Resultate haben, werden wir die Athleten zur Anhörung einladen", erklärte Oswald. Er hoffe, dass man die Untersuchungen Ende des Jahres abgeschlossen habe. Er wisse auch, dass die Zeit wegen der Winterspiele im Februar dränge.

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