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Katalonien-Rundfahrt: Chris Froomes Europa-Debüt gegen stärkste Konkurrenz

Froome: Europa-Debüt gegen stärkste Konkurrenz
Von radsport-news.com

20/03/2017 um 11:21

Bei der 97. Katalonien-Rundfahrt wird Chris Froome (Sky) sein "Europa-Debüt“ geben. Bisher war die Herald Sun Tour in Australien das einzige Rennen des dreifachen Tour-de-France-Siegers in der Saison 2017. Jetzt bekommt es Froome unter anderem mit Alberto Contador (Trek-Segafredo), Tour-Kronprinz Romain Bardet (ag2r), Alejandro Valverde (Movistar) und vielen weitern Top-Rundfahrern zu tun.

Dagegen fehlt Valverdes Teamkollege Nairo Quintana. Der Kolumbianer, am vorletzten Wochenende Gesamtsieger von Tirreno-Adriatico, legt eine geplante Rennpause ein.

Die Volta a Catalunya ist der erste WorldTour-Wettbewerb der Saison auf spanischem Boden. Das Starterfeld besteht aus allen 18 Mannschaften der WorldTour sowie sieben ProContinental-Teams, darunter auch Caja Rural, der einzige spanische Zweitdivisionär. Wie es in spanischen Zeitungen hieß, soll zudem der neue Sponsor präsentiert werden. Dabei soll es sich um den französischen Einzelhandelskonzern Carrefour handeln - und neuer Eigentümer der Katalonien-Rundfahrt soll der Tour-de-France-Organisator ASO werden.

Eurosport überträgt täglich live im TV von der Katalonien-Rundfahrt - auf Eurosport 1, Eurosport 2 und immer im Eurosport Player. Zudem gibt es auf Eurosport.de einen Liveticker zu jeder Etappe.

Die Strecke:

Wie im vergangenen Jahr beginnt das Rennen mit einer schweren Etappe rund um Calella, deren Profil mit sechs Bergen - darunter zwei der 1. Kategorie - noch etwas anspruchsvoller als der von 2016 ist. Damals gewann Nacer Bouhanni (Cofidis) den Massensprint in der Kleinstadt 50 Kilometer nördlich von Barcelona, und auch diesmal bietet sich den schnellen Männern und ihren Helfern nach der letzten Bergwertung (3. Kat.) noch 20 Kilometer lang die Möglichkeit, etwaige Ausreißer wieder einzufangen.

Schon am zweiten Tag wird das Gesamtklassement deutliche Konturen erhalten, wenn nämlich ein 41,3 Kilometer langes Teamzeitfahren rund um Banyoles auf dem Programm steht, das vor allem im ersten Teil über hügeliges Terrain führt und ausgesprochen unrhythmisch wirkt. Letztmals enthielt die Katalonien-Rundfahrt 2007 ein Mannschaftszeitfahren, der altgediente Renndirektor Ruben Peris kann sich zudem nicht erinnern, den Fahrern jemals einen über eine solch lange Distanz führenden Wettbewerb präsentiert zu haben. Das bisher letzte Teamzeitfahren wies lediglich 15,7 Kilometer auf.

Und schon tags darauf sind die Favoriten auf der Königsetappe wieder gefordert. Auf dem 188 Kilometer langen Teilstück von Mataró nach La Molina (Alp) werden gleich drei Bergpreise der 1. Kategorie vergeben, der letzte davon an der Bergankunft in 1.700 Metern Höhe, wo im vergangenen Jahr Daniel Martin (Quick-Step) triumphierte. Die 4. Etappe dürfte trotz zweier Bergwertungen, die letzte davon 14 Kilometer vor dem Ziel, in Igualada wieder eine Angelegenheit für die sprintstarken Männer werden, auch wenn der Turó del Puig (2. Kat.) Möglichkeiten zu Attacken bietet.

Am folgenden Tag werden wieder die Kletterspezialisten zum Zug kommen. Die 182 Kilometer lange Etappe führt von Valls nach Lo Port (Tortosa), wo sich das Ziel in genau 1.000 Metern Höhe am Ende eines 8,4 Kilometer langen und neun Prozent steilen Schlussanstiegs befindet - einzelne Rampen weisen Steigungsgrade bis zu 20 Prozent aufw. Der Berg wurde im Rahmen der Katalonien-Rundfahrt erst zweimal befahren, beide Male siegten Kolumbianer: 1985 Alirio Chizabas, sechs Jahre später Lucho Herrera.

Der vorletzte Tag bietet nochmals Ausreißern alle Chancen, den Sprintermannschaften das Nachsehen zu geben. Aufden 189,7 Kilometer von Tortosa nach Reus geht es nur hoch und runter, mit dem 970 Meter hohen Alt de la Musara (1. Kat.) als Höhepunkt. Nach rund 3.800 Höhenmetern folgt eine mehr als 20 Kilometer lange Abfahrt von dessen Gipfel hinab ins Ziel, wo die finalen drei Kilometer nochmals bergauf führen.

Die abschließende 7. Etappe wird traditionell in der katalanischen Hauptstadt Barcelona ausgetragen und dürfte kaum noch Auswirkungen auf die Gesamtwertung haben. Das Finale wird auf einem Rundkurs über den Montjuic ausgetragen und wird wohl nach acht Schleifen in einem Sprint enden - auch wenn sich im vergangenen Jahr Alexey Tsatevich (Katusha) in einem Ausreißerduell gegen Primoz Roglic durchsetzte.

Die Favoriten:

Neben den bereits genannten Froome - der mit Mikel Landa, Geraint Thomas, Diego Rosa und Mikel Nieve starke Berghelfer um sich weiß -, Valverde, Bardet und Contador dürfen sich dessen Teamkollege Bauke Mollema (Trek-Segafredo), Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin), Adam Yates (Orica-Scott), Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo), Rafael Majka (Bora-hansgrohe), Daniel Martin (Quick-Step Floors), Louis Meintjes (UAE Team Emirates) und Jakob Fuglsang (Astana) Chancen ausrechnen.

Das Podium in Katalonien 2015: Valverde, Porte, Pozzovivo

Das Podium in Katalonien 2015: Valverde, Porte, PozzovivoAFP

Aus dem starken BMC-Team, das mit Rohan Dennis, Tejay van Garderen und Samuel Sanchez gleich drei potenzielle Klassementfahrer aufbietet, wird möglicherweise Sanchez am meisten zu beachten sein. Der mittlerweile 39 Jahre alte Spanier konnte die Rundfahrt allerdings noch nie gewinnen - gleiches gilt übrigens auch für seinen Landsmann Contador, der 2016 vor Martin Zweiter geworden war. Der Gesamtsieg 2010 war Contador im Rahmen seiner damaligen Dopingsperre aberkannt worden.

Der überschaubare Kreis der Sprinter wird angeführt vom letztjährigen Etappengewinner Bouhanni sowie dem Deutschen Meister André Greipel (Lotto Soudal), der sein Katalonien-Debüt gibt. Die beiden sind die Top-Favoriten in den wohl nicht mehr als drei Sprintankünften und bekommen es unter anderem mit Daryl Impey (Orica-Scott), José Joaquin Rojas (Movistar), Kristian Sbaragli (Dimension Data) sowie den drei deutschen Nachwuchssprintern Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe), Max Walscheid und Phil Bauhaus (beide Sunweb) zu tun.

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