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Lombardei-Rundfahrt: Vincenzo Nibali gewinnt Herbstklassiker

Mit Video | "In großartiger Verfassung": Nibali triumphiert bei Lombardei-Rundfahrt
Von Felix Mattis / radsport-news.com

08/10/2017 um 06:00Aktualisiert 11/10/2017 um 09:18

Vincenzo Nibali hat die 111. Lombardei-Rundfahrt über 248 Kilometer in einer Zeit von 6:15,25 Stunden gewonnen. Der Italiener vom Team Bahrain-Merida setzte sich beim letzten "Monument" der Saison vor Julian Alaphilippe (Team Quick-Step Floors) aus Frankreich (+31 s) und Sky-Profi Gianni Moscon (+42 s) durch. Für Nibali war es der zweite Triumph nach 2015 bei Il Lombardia.

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"Mein Plan war einfach ein großes Rennen zu fahren. Ich hatte viele gute Platzierungen dieses Jahr, aber ohne den großen Sieg, den ich mir gewünscht hatte. Jetzt ein Monument zu gewinnen ist toll", freute sich Nibali, der in dieser Saison je eine Etappe beim Giro d'Italia und der Vuelta a España gewann, sich in der Gesamtwertung als Dritter beziehungsweise Zweiter aber jeweils hatte geschlagen geben müssen.

"Ich hatte tolle Unterstützung vom Team und war physisch jetzt am Saisonende in einer großartigen Verfassung", so Nibali weiter. "Aber jeder hat auf mich als Favorit geguckt, so dass es nicht leicht war, zu gewinnen."

Also machte sich der 32-jährige Italiener seine herausragendste Fähigkeit zunutze: das Abfahren. Wie schon 2015, als Il Lombardia das exakt selbe Finale hatte, setzte er sich in der vorletzten Abfahrt des Tages von Civiglio rund 15 Kilometer vor dem Ziel mit großer Risikobereitschaft von der Konkurrenz ab und fuhr von da an alleine dem Sieg entgegen. Pinot konnte nur staunen, als ihm Nibali auf der technisch schwierigen Abfahrt vom Vorderrad wegfuhr.

Am Ende der Abfahrt hatte Nibali zwar noch keine zehn Sekunden Vorsprung auf den Franzosen, doch nun kam die starke Form des Italieners zu tragen und er konnte sich bis zum letzten Anstieg von San Fermo di Battaglia Sekunde um Sekunde weiter absetzen. Dort fiel Pinot in die nächste Verfolgergruppe zurück, auf die Nibali seinen Vorsprung konstant bei rund 40 Sekunden hielt, und so konnte dem Italiener niemand mehr gefährlich werden - auch nicht Alaphilippe, der von San Fermo di Battaglia nach Como hinunter seine sieben Begleiter abhängte und ebenfalls als Solist zu Rang zwei fuhr.

Ausreißer mit bis zu 12 Minuten Vorsprung

In der Anfangsphase des 247 Kilometer langen letzten Monument des Jahres von Bergamo nach Como setzte sich zunächst eine sechsköpfige Gruppe um Jacques Janse van Rensburg (Dimension Data) vom Hauptfeld ab und fuhr zwischenzeitlich bis zu zwölf Minuten Vorsprung heraus. Der begann aber zu schmelzen, als das Peloton ab dem berüchtigten Anstieg zur Madonna del Ghisallo gut 65 Kilometer vor dem Ziel richtig Fahrt aufnahm.

Nun bildeten sich Verfolgergruppen mit Mickael Cherel (Ag2r La Mondiale), Matthias Le Turnier (Cofidis), Laurens De Plus (Quick-Step Floors) und auch Zeitfahr-Vize-Weltmeister Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo), die die ursprünglichen Ausreißer nacheinander ein- und überholten. An der gefürchteten Muro di Sormano (1,9km bei 15,8%) ließ Cherel seine Begleiter stehen und war fortan allein unterwegs, während auch De Plus und Le Turnier hinter ihm zu Solo-Verfolgern wurden.

Schwere Stürze von De Plus und Bakelants

Video - Über die Leitplanke in die Tiefe: Übler Sturz bei der Lombardei-Rundfahrt

01:38

Bis auf Cherel wurden in der Folge alle Ausreißer gestellt, bis am Ende der Sormano-Abfahrt Philippe Gilbert (Quick-Step Floors), Pello Bilbao (Astana) und Alessandro De Marchi (BMC) zum Franzosen nach vorne fuhren. Das Quartett erreichte 20 Kilometer vor dem Ziel den Anstieg von Civiglio (4,2km bei 9,7%) mit 30 Sekunden Vorsprung, doch weil im Feld FDJ aufs Tempo drückte, wurden alle vier bald endgültig zurückgeholt.

Der "Hai von Messina" schlägt zu

Im Civiglio-Anstieg begann schließlich das Rennen der Favoriten: Moscon und Sam Oomen (Sunweb) attackierten, kamen aber nicht weg, doch während Adam Yates (Orica-Scott) zwei Tage nach seinem zweiten Platz bei Mailand-Turin nun Probleme bekundete und abgehängt wurde, blies Pinot zum Angriff. Der Franzose setzte sich ab und hinter ihm attackierten Domenico Pozzovivo (Ag2r La Mondiale) sowie Nibali und Mailand-Turin-Sieger Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) das immer kleiner werdende Feld.

Einzig Nibali schaffte im Anstieg den Sprung nach vorne zu Pinot und stürzte sich in die winklige Abfahrt. Dort blieb Pinot zwar noch einige Zeit am Hinterrad des italienischen Abfahrtskönigs, doch nach einigen Kurven wurde die Lücke vor seinem Vorderrad immer größer und er konnte dem "Hai von Messina" nicht mehr folgen.

Moscon sichert letzten Podestplatz

In Como angekommen zog Nibali alleine weiter durch, während Pinot hinter ihm an Boden verlor und sich eine erste größere Verfolgergruppe näherte. Als acht Kilometer vor Schluss der 2,7 Kilometer lange und im Schnitt 7,2 Prozent steile Anstieg von San Fermo della Battaglia begann, lag Pinot 17 Sekunden hinter Nibali und 23 Sekunden vor den Verfolgern, bei denen im Anstieg Alaphilippe attackierte und Pinot kurz vor dem Gipfel erreichte. Oben angekommen schlossen auch Moscon, Pozzovivo, Alexis Vuillermoz (Ag2r La Mondiale), Fabio Aru (Astana), Mikel Nieve (Sky) und Nairo Quintana (Movistar) zu den beiden auf, doch in der Abfahrt zum Ziel konnten sie alle nicht mehr folgen, als sich Alaphilippe aufs Oberrohr setzte und davonraste, um letztlich auf Rang zwei zu fahren.

Die Siebenergruppe sprintete zehn Sekunden nach ihm um den letzten Podestplatz. Moscon hatte dabei das bessere Ende für sich, auch wenn Vuillermoz hinter ihm gestikulierend als Vierter über den Strich rollte und sich wohl über die Fahrweise des Sky-Italieners beschwerte.

Video - Lombardei-Rundfahrt: Der letzte Kilometer mit Sieger Nibali

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Endstand:

  • 1. Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida)
  • 2. Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors) + 0:31
  • 3. Gianni Moscon (Sky) + 0:41
  • 4. Alexis Vuillermoz Ag2r) s.t.
  • 5. Thibaut Pinot (FDJ)
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