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Tour-Vorschau, 16. Etappe: Sprint-Chance und Wind-Gefahr

16. Tour-Etappe: Sprint-Chance und Wind-Gefahr
Von radsport-news.com

18/07/2017 um 12:40Aktualisiert 18/07/2017 um 12:42

Mit der 16. Tour-Etappe verlässt das Peloton das Zentralmassiv und macht sich durch das Rhône-Tal auf den Weg in Richtung Alpen. Dabei charakterisieren die Berge des Mittelgebirges die erste Hälfte der Etappe, während das Finale weitgehend flach ist. Da es nach dem Ruhetag vom Start weg 20 Kilometer bergauf geht, dürfen Überraschungen erwartet werden zwischen Le Puy-en-Velay und Romans-sur-Isère.

Ansonsten wird die Etappe im Zeichen des Kampfes zwischen Ausreißern und Sprinter liegen, wobei die ersten 65 Kilometern ein großes Hindernis darstellen für die schnellen Männer. Wer holt sich den Sieg auf der Zwei-in-Eins-Etappe: Sprinter oder Ausreißer?

Und: Woher kommt der Wind? Je nach Richtung könnte er keinen oder größten Einfluss auf die Etappe haben.

TagesTour:

Von Le Puy-en-Velay aus geht es stets gen Westen und gleich hinter der Stadtgrenze beginnt der inoffizielle Teil des Anstieges zur Côte de Boussoulet (3. Kategorie), der offiziell jedoch nur 4,5 Kilometer lang ist - 600 Höhenmeter werden auf den ersten 20 Kilometern überwunden.

Das hört sich nicht allzu dramatisch an, aber zu Beginn der dritten Woche und nach dem Ruhetag könnten hier einige Fahrer bereits Probleme bekommen - vor allem, da hohes Tempo zu erwarten ist.

Auch die nächsten 45 Kilometer, die über eine Art Hochplateau führen, haben kaum einen flachen Meter. Bei Kilometer 65 wird dann die zweite Bergwertung des Tages passiert, der Col du Rouvey (4. Kategorie). Danach geht es für fast 50 Kilometer bergab, lediglich bei Saint-Félicien gibt es eine kleine Gegensteigung. Die letzten gut 50 Kilometer bis zum Ziel mit dem Zwischensprint bei Kilometer 121,5 sind dann flach und führen in das Rhône-Tal. Eine Etappe mit zwei äußerst unterschiedlichen Hälften.

Video - Tour-Strecke: Karte und Profil der 16. Etappe nach dem Ruhetag

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KulTour:

Das von Lyon bis zum Mittelmeer verlaufende Rhône-Tal ist gut 300 Kilometer lang. Touristen schätzen die Region für ihre zahlreichen Möglichkeiten. Weinliebhaber und Feinschmecker reisen in die Region, um ihre kulinarischen Highlights, allen voran den berühmten Beaujolais, der in der Nähe von Lyon angebaut wird, zu kosten. Doch auch Aktivurlauber, die die beeindruckende Kulisse der Alpen im Hintergrund für ausgedehnte Radtouren und Wanderungen nutzen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Besonders schön und farbenfroh ist das Tal in der Zeit der Obstblüte im Frühjahr, wo die landwirtschaftlich stark genutzte Region in vollem Glanz erstrahlt.

HisTourie:

Romans-sur-Isère ist erstmals Zielort einer Tour-de-France-Etappe, deutsche Radsportfans könnten jedoch trotzdem ein positives Omen aus dem heutigen Etappenziel ableiten. 1962 endete hier eine Etappe der Fernfahrt Paris-Nizza und damals siegte Rudi Altig, während Rolfs Wolfshohl auf Rang drei fuhr.

Zuletzt waren die Profis 2016 mit Paris-Nizza her zu Gast, Sieger damals: Nacer Bouhanni.

Nacer Bouhanni 2016

Nacer Bouhanni 2016SID

Tour-Prognose:

Das könnte ein interessanter Tag werden. Die Etappen nach dem Ruhetag unterliegen meistens eigenen Regeln, da viele Fahrer Probleme haben, wieder in die Gänge zu kommen. Durch den Anstieg zu Beginn der Etappe wird dies noch erschwert. Es ist zu erwarten, dass das Tempo von Anfang an sehr hoch ist und die reinen Sprinter Probleme haben werden.

Fahrertypen wie John Degenkolb, Greg Van Avermaet oder Michael Matthews sollten mit diesem Terrain jedoch zurechtkommen. Eventuell finden sie sich sogar in der Ausreißergruppe des Tages wieder. Der Kampf um die Gruppe wird groß sein, denn viele Teams sind noch ohne Etappensieg und haben nicht mehr viele Chancen.

Video - Live-Tracking zur Tour: Wer fährt wo?

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Die erste Hälfte dieser Etappe wird wohl sehr ungemütlich werden, wohl auch für Favoriten. Diese sollten auch im Finale achtsam sein, denn im Rhône-Tal kommt mitunter starker Seitenwind auf und bei vielen Profis werden die Erinnerungen an die Windkanten-Jagd nach Montpellier 2016 noch frisch sein. Außerdem versteckt sich im Finale vor dem Schlusskilometer noch eine kleine Welle mit 6% Steigung, also aufgepasst, Fabio Aru...

Video - Tour-Taktik: So funktioniert die Windkanten-Formation

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