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Vuelta - Erfolgreiche Tour-Revanche für Nairo Quintana - Chris Froome zeigt Größe

Erfolgreiche Tour-Revanche für Nairo Quintana - Chris Froome zeigt Größe
Von SID

11/09/2016 um 20:54Aktualisiert 11/09/2016 um 21:26

Kolumbiens Radstar Nairo Quintana (Movistar) hat zum ersten Mal die Spanien-Rundfahrt gewonnen. Der 26-Jährige kam beim Tagessieg des Dänen Magnus Cort Nielsen (Orica-BikeExchange) auf der letzten Etappe in Madrid mit dem Hauptfeld ins Ziel und verteidigte damit das Rote Trikot des Gesamtführenden vor seinem Rivalen Christopher Froome (Großbritannien/Sky).

Bester Deutscher beim Finale in Madrid war Nikias Arndt (Buchholz/Giant-Alpecin).

Quintana lag in der Endabrechnung 1:23 Minuten vor Tour-Sieger Froome, der damit zum dritten Mal in seiner Karriere die Vuelta als Zweiter beendete. Dritter wurde Quintanas Landsmann Johan Esteban Chaves (Orica Bike-Exchange/+4:08) vor dem spanischen Hoffnungsträger Alberto Contador (Tinkoff) mit 4:08 Minuten Rückstand.

Froome verhielt sich wie ein wahrer Champion. Schon nach der letzten Bergankunft am Samstag erkannte der britische Radprofi seine Niederlage bei der 71. Vuelta an und applaudierte seinem Bezwinger Quintana sportlich fair. "Ich bin sehr stolz darauf, ihn geschlagen zu haben", sagte Quintana, "er ist mein größter Rivale, und er hat unglaublich hart gekämpft."

Quintana: "Wollte ihn nicht brüskieren"

Froome hatte in der Tat noch einmal alles versucht. Den Rückenwind des deutlichen Zeitfahrsieges vom Freitag wollte der dreimalige Sieger der Frankreich-Rundfahrt nutzen, doch Quintana ließ sich hinauf zum Alto de Aitana nicht abschütteln und fuhr am Sonntag beim Finale in Madrid, das der Däne Magnus Cort Nielsen gewann, als Triumphator im Hauptfeld ins Ziel. "Chapeau, Nairo Quintana und Movistar. Ich habe alles gegeben", twitterte Froome.

Doch Quintana blieb bei der Kletterpartie am Samstag nicht nur dran, der Bergfloh aus den Anden sprintete wenige Meter vor dem Ziel noch am Sky-Kapitän vorbei und dokumentierte als Tageszehnter die Kräfteverhältnisse während der letzten großen Landesrundfahrt der Saison. "Ich wollte ihn nicht brüskieren, es war einfach ein spontaner Entschluss", sagte Quintana, den am Sonntag lediglich noch die Triumphfahrt nach Madrid vom ersten Vuelta-Gesamtsieg trennte.

Entscheidender Überraschungsangriff

Für den Kolumbianer wurde die Spanien-Rundfahrt damit zu erhofften Tour-Wiedergutmachung. Im Juli war Quintana von Froome teilweise vorgeführt worden und hatte dem Briten zu keiner Zeit die Stirn bieten können. Hinterher rätselte der 26-Jährige über seine körperliche Verfassung und mögliche gesundheitliche Gründe. "Ich war durch Allergien geschwächt. Deshalb habe ich auch die Olympischen Spiele ausgelassen und mich zu Hause vorbereitet", sagte Quintana, der in Frankreich Gesamtdritter geworden war.

Im Gegensatz zu Quintana hatte Froome in Rio das knallharte Straßenrennen absolviert und war danach im Zeitfahren zu Bronze gefahren. Bei der äußerst kräftezehrenden Vuelta mit großer Hitze und unzähligen, teils grenzwertig steilen Anstiegen war der gebürtige Kenianer daher nicht mehr in bester Verfassung. Entscheidend war dennoch der Überraschungsangriff auf dem Weg nach Aramon-Formigal, als Quintana über zweieinhalb Minuten herausholte - am Ende betrug der Vorsprung auf Froome genau 1:23 Minuten.

Letzter Kolumbianer siegte vor 29 Jahren

Für Quintana gab es auf dem Weg zu seinem zweiten Triumph bei einer dreiwöchigen Rundfahrt aber einen weiteren maßgeblichen Moment, den Sieg auf der zehnten Etappe am Lagos de Covadonga. "Das hat einiges verändert und mir eine Menge Auftrieb gegeben", sagte Quintana, der 2014 bereits den Giro d'Italia für sich entschieden hatte und dank des bergigen Profils in Spanien auch seine Zeitfahrschwäche kompensierte.

Nach Giro und Vuelta fehlt Quintana nun noch der Erfolg bei der Tour, dem wichtigsten aller großen Radrennen. Kann er Froome auch dort schlagen? "Es ist sehr hart", sagte Quintana: "Froome wird sehr gut beschützt, wir müssen versuchen, aus allen denkbaren Situation einen Vorteil zu ziehen. Aber hier zu gewinnen, hat uns Selbstvertrauen gegeben." Und ihm einen Platz an der Seite des legendären Kletterers Luis "Lucho" Herrera. Vor 29 Jahren hatte dieser als letzter Kolumbianer bei der Vuelta triumphiert.

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