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Rugby-Klassiker Frankreich gegen Neuseeland am 11. und 14. November LIVE bei Eurosport

Rugby-Klassiker Frankreich gegen Neuseeland LIVE bei Eurosport und im Eurosport Player
Von Eurosport

11/11/2017 um 20:33Aktualisiert 11/11/2017 um 20:36

Eurosport überträgt den Rugby-Klassiker zwischen Frankreich und Neuseeland am 11. November ab 20:30 Uhr LIVE im TV bei Eurosport 1 und im Eurosport Player. Das Spiel im Pariser Stade de France ist Teil der "Autumn Internationals", einer Serie von Länderspielen der Top-Nationen. Auch das zweite Duell zwischen Le Bleus und den All Blacks am 14. November in Lyon zeigt Eurosport LIVE.

Es gibt Duelle im Sport, die haben einfach einen besonderen Klang - ob es nun Deutschland gegen England im Fußball oder Kanada gegen Russland im Eishockey ist - sie rufen Erinnerungen an große Spiele in der Vergangenheit hervor und wecken hohe Erwartungen.

Frankreich gegen Neuseeland ist im Rugby so ein Duell. Wenn diese beiden ewigen Kontrahenten am Samstag vor über 80.000 Zuschauern im ausverkauften Pariser Stade de France und vor Millionen TV-Zuschauern weltweit zum 59. Mal in ihrer Geschichte aufeinandertreffen, dann wird es eines dieser besonderen Aufeinandertreffen.

All Blacks - ein Ruf wie ein Donnerhall

Am Neujahrstag im Pariser Prinzenpark im Jahr 1906 traten "Les Bleus" und die "All Blacks" erstmals gegeneinander an und obwohl Frankreich am Ende mit 8:38 unterging, war die Leistung der Franzosen dennoch bemerkenswert. Das Spiel war Teil der ersten Europa-Tour Neuseelands als Nationalmannschaft überhaupt: Von September 1905 bis Februar 1906 absolvierten die Neuseeländer insgesamt 35 Spiele gegen die besten National- und Vereins-Mannschaften des Kontinents.

Video - Gänsehaut beim Rugby! All Blacks zelebrieren Haka gegen Frankreich

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Trotz der monatelangen Überfahrt und den für die Gäste ungewohnten Bedingungen dominierte die Kronkolonie ihr Mutterland England - immerhin der Erfinder des Rugby-Sports - sowie die anderen Top-Teams der alten Welt. Die Punktedifferenz von 976:59 nach 35 Spielen sprach Bände über die besondere Klasse dieser Mannschaft. Einzig den Franzosen gelang es zwei Versuche in einem Spiel gegen die Neuseeländer zu legen - auf dieser Tour der sogenannten "Original All Blacks" wurde aufgrund der Trikot-Farbe auch der Spitzname der besten Rugby-Mannschaft der Welt geboren. Die schier unbezwingbaren All Blacks hatten von nun an und bis heute einen Ruf wie ein Donnerhall.

Unlösbare Aufgabe? Nicht für Frankreich...

An der Dominanz der All Blacks hat sich in den letzten 111 Jahren nicht viel geändert - die All Blacks verstehen sich selbst als dominanteste Sport-Mannschaft des Planeten und konnten die letzten beiden Weltmeisterschaften nacheinander in dominanter Manier gewinnen. Die Franzosen blieben seither eine der wenigen Mannschaften, die den All Blacks zumindest zeitweise Paroli bieten konnten. Beide Teams bestritten die WM-Finals 1987 und 2011 gegeneinander und im hochdramatischen Endspiel vor nunmehr sieben Jahren trennte beide Teams nach 80 Minuten lediglich ein Punkt. Die letzte Mannschaft, die die Neuseeländer überhaupt bei einer WM schlagen konnte, waren ebenso die Franzosen.


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Vor ziemlich genau zehn Jahren hatten les Bleus den überragenden Favoriten Neuseeland bei der WM 2007 mit einem Comeback für die Geschichte im Viertelfinale rausgehauen. Schon beim traditionellen Haka vor dem Spiel zeigten die Franzosen, dass sie sich nicht ihrem Schicksal ergeben würden und rückten den Neuseeländern bei ihrem Maori-Kriegstanz sprichwörtlich auf die Pelle. Was folgte, war ein Spiel für die Ewigkeit mit dem besseren Ende für "Les Bleus". Die späte Revanche für Neuseeland folgte erst bei der WM 2015, als die All Blacks im Viertelfinale eine absolute Machtdemonstration ablieferten und Frankreich mit 62:13 nach Hause schickten.

Wo bleibt das "French Flair"?

Diese Mal dürfte ein so einseitiges Spiel nicht zu erwarten sein, wenn auch Frankreich als Underdog in das Spiel geht. Seit dem WM-Finale 2011 blieben die Franzosen, die immerhin die reichste Liga der Welt, massive finanzielle Ressourcen beim Verband sowie über 500.000 Vereinsspieler im Land haben, konstant unter den eigenen Erwartungen zurück. Jahrelang war vom berühmten "French Flair" - der kreativen und unberechenbaren Art Rugby zu spielen, für die Frankreich seit jeher bekannt ist - nicht viel zu sehen.

Rugby WM 2011 Neuseeland Frankreich

Rugby WM 2011 Neuseeland Frankreichdpa

Doch nun, wo der zweimalige Vizeweltmeister sogar aus den Top-Ten-Nationen herauszufallen droht, beginnt der seit der seit zwei Jahren amtierende Nationaltrainer Guy Novès mehr zu riskieren. Ein "Weiter so" mit dem konservativen und selbst in Frankreich als langweilig gebrandmarkten Spielstil wäre keine Option gewesen. Morgen starten mit Antoine Dupont und Anthony Belleau zwei blutjunge aber gleichwohl unerschrockene Spieler auf den beiden Spielmacherpositionen.

Alle Augen auf Belleau

Belleau wird als Verbinder sein Frankreich-Debüt geben und dann ausgerechnet gegen die beste Mannschaft der Welt. Doch dem erst 21-jährigen Zehner ist es auch bei den Galaktischen des RC Toulon gelungen, sich durchzusetzen. Der RCT, bei dem Belleau seit drei Jahren spielt, gilt als der reichste Verein der Welt und hat einen wahren Luxus-Kader. Der junge Franzose Belleau musste sich auf der Spielmacher-Position gegen illustre Konkurrenz, wie etwa Ex-All-Black Luke McAlister und Australien-Spielmacher Matt Giteau, durchsetzen. Allein das ist Beweis seiner Klasse.

Sollten die Franzosen morgen wirklich eine Chance auf den 13. Sieg im 58. Spiel haben, muss Belleau die Strippen bei den Franzosen ähnlich exzellent ziehen, wie er das bei Europas bester Vereinsmannschaft regelmäßig macht. Dass Neuseelands gnadenloser Sturm über ihn herfallen und auf sein Skalp aus sein wird, dürfte ihm dabei wenig Kopf-Zerbrechen bereiten. Eine größere Herausforderung ist sein direkter Gegenspieler: Ihm gegenüber steht mit Beauden Barrett der wohl momentan beste Spielmacher der Welt - Belleau selbst hat ihn noch vor Monaten als "Inspiration" bezeichnet. Morgen wird er versuchen müssen an die Leistung des Neuseeland-Zehners heranzukommen.

Frankreich wird morgen der große Außenseiter sein - doch selbst in Seuchenjahren wie 2016 gelang es Les Bleus den All Blacks einen großen Kampf zu liefern. Am Ende trennte beide Teams beim letzten Aufeinandertreffen nur mickrige fünf Punkte und damit ein Versuch. Die Moral der Franzosen gegen den Weltmeister, die 80.000 fanatischen Fans im Rücken und das sich verbessernde Spiel der Franzosen - alles spricht für ein enges Duell.

Ein Heimsieg wäre dennoch eine riesige Überraschung ...

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