SID

Freiwasser: Finka Wunram wird WM-Siebte über zehn Kilometer in Budapest

DSV-Damen verpassen WM-Medaille - Wunram macht Mut für Olympia
Von SID

16/07/2017 um 15:41

Die deutschen Freiwasserschwimmer haben bei der WM in Ungarn auch im Rennen der Frauen über zehn Kilometer eine Medaille verpasst. Die EM-Sechste Finnia Wunram (Magdeburg) schlug im Plattensee vor Balatonfüred nach 2:00:26,10 Stunden als Siebte an. Ex-Weltmeisterin Angela Maurer (Mainz) kam auf Rang 14.

Nach über zwei Stunden im Plattensee fehlten Finnia Wunram nur 8,9 Sekunden zur ersten WM-Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer, doch die 21-Jährige strahlte trotzdem. "Ich wollte unbedingt unter die Top 10", sagte die Magdeburgerin nach ihrem siebten Platz über zehn Kilometer, "das gibt Selbstbewusstsein." Erstmals auf der olympischen Distanz in die Weltspitze vorgestoßen, ist Wunram eine große Hoffnung für Tokio 2020.

Erstmals seit 2001 kein Edelmetall

Die Gegenwart sieht jedoch trist aus, die glorreichen Zeiten mit Rekordweltmeister Thomas Lurz sind endgültig vorbei. "Es ist eine Umbruchphase", gab Bundestrainer Stefan Lurz zu. Dies war schon zum WM-Auftakt deutlich geworden: Auf ihrer einstigen Paradestrecke über fünf Kilometer schwammen die erfolgsverwöhnten Deutschen weit hinterher und blieben zum ersten Mal seit 2001 ohne Edelmetall. Auf der Distanz, auf der Thomas Lurz und Co. bei zwölf Weltmeisterschaften in Folge zwölf Medaillen gewonnen hatten, landeten die Debütanten Marcus Herwig und Ruwen Straub weit abgeschlagen auf den Rängen 26 und 28.

Die aussichtsreichsten Schwimmer waren gar nicht erst an den Start gegangen. Rob Muffels, Vizeweltmeister von 2015, konzentriert sich auf die olympischen zehn Kilometer am Dienstag (10.00 Uhr). Und das größte Talent, sein Magdeburger Teamkollege Florian Wellbrock, darf im Balaton nicht schwimmen, weil er sich auch für die 1500 m Freistil im Becken qualifiziert und Chef-Bundestrainer Henning Lambertz Doppelstarts verboten hat.

Fokus auf Olympia

Zwei Jahre nach dem Rücktritt des zwölfmaligen Weltmeisters Thomas Lurz ist bei der WM in Ungarn alles auf Olympia 2020 ausgerichtet. Vier Medaillen wie 2015 in Kasan sind utopisch, Stefan Lurz wäre schon "mit einer oder zwei sehr zufrieden". Die größte Chance auf Edelmetall hat am Donnerstag die Staffel über 4x1,25 km. Am Freitag spekuliert die 41-jährige Angela Maurer wie vor zwei Jahren auf Bronze über 25 km. Die zweimalige Weltmeisterin landete am Sonntag beim "Einschwimmen" über zehn Kilometer auf Platz 14.

Bronze hatte 2015 auch Wunram über fünf Kilometer gewonnen, diesen Erfolg will sie am Mittwoch wiederholen. Doch wichtiger war der Magdeburgerin, dass sie auf der olympischen Distanz mit den Besten der Besten mitgehalten hatte. "Ich habe das Zeug, auch auf den zehn Kilometern weit vorne zu sein", sagte sie. Noch waren die erfolgreiche Titelverteidigerin Amelie Muller aus Frankreich oder die italienische Olympiazweite Rachele Bruni als Fünfte knapp vor ihr.

Die niederländische Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal ließ sie aber deutlich hinter sich. "Sie ist in der Weltspitze absolut angekommen", lobte ihr Heimtrainer Bernd Berkhahn. Und Stefan Lurz ergänzte: "Sie macht sehr, sehr große Hoffnungen Richtung 2020."

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