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Erster deutscher Synchronschwimmer Niklas Stoepel bei WM-Premiere im Mixed-Finale Achter

Erster deutscher Synchronschwimmer Stoepel bei WM-Premiere im Mixed-Finale Achter
Von SID

17/07/2017 um 13:03Aktualisiert 17/07/2017 um 13:32

Bei seiner langersehnten WM-Premiere hat der einzige deutsche Synchronschwimmer Niklas Stoepel Platz acht erreicht. Der Bochumer kam im gemischten Duett mit seiner Vereinskollegin Amelie Ebert im Finale der Technischen Kür auf 70,3147 Punkte. Im Vorkampf hatte das deutsche Duo noch gut zwei Wertungszähler mehr bekommen. Gold ging an die Italiener Giorgio Minisini/Manila Flamini.

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Mit Dreitagebart und Glatze wirkte Niklas Stoepel wie ein Exot in der Sportart der glitzernden Badeanzüge, der Gelatine im Haar und dicken Schminke im Gesicht. Und auch mit seinen deutlichen Worten passte der einzige deutsche Synchronschwimmer bei seiner langersehnten WM-Premiere nicht so recht in das elegante Ambiente.

    "Wir sind scheiße geschwommen. Wir sind als Sportler hier und nicht als Touristen."

    Der zweite Auftritt im Freiluftstadion am Budapester Heldenplatz war am Montag nicht wie gewünscht gelungen. Mit 70,3147 Punkten behauptete das deutsche Duo mit Amelie Ebert zwar den achten Platz aus dem Vorkampf, bekam aber gut zwei Wertungszähler weniger als beim Debüt zwei Tage zuvor. Als der erste Ärger verraucht war, überwog aber doch die Freude: "Emotional war das erste Finale etwas ganz Besonderes."

    Niklas Stoepel und Amelie Ebert

    Niklas Stoepel und Amelie EbertGetty Images

    Frauendomäne

    Nur bei einer WM durfte Stoepel nicht starten, "diskriminierend" fand er das. Als vor zwei Jahren in Kasan mit dem Mixed Duett die Sportart für Männer geöffnet wurde, musste er noch daheim am Fernseher zuschauen, weil er mitten im Studium steckte. Jetzt erfüllte sich endlich sein Traum. In dunkelblauer Badehose sprang er mit Ebert ins Becken im Budapester Stadtpark - dort, wo im Winter Eisläufer ihre Runden drehen.

    Das Highlight kommt aber erst mit der Freien Kür am Freitag und Samstag.

    "Wir erzählen eine Geschichte von einem Paar, das sich erst trennt und am Ende wieder zusammenkommt, das kann man mit Frauen schlechter erzählen."

    Das gemischte Duett sieht er nicht als "Konkurrenz zu den Frauen, sondern als Ergänzung - ähnlich wie beim Eiskunstlaufen". Es sollte nur "ein erster Schritt" sein, sagt Stoepel: "In der Kombination könnten Männer viel mehr Highlights setzen."

    Kein Olympia

    Aber es bleibt noch die letzte Bastion: Bei Olympischen Spielen ist Synchronschwimmen noch immer Frauensache - wie sonst nur noch die Rhythmische Sportgymnastik.

    In Deutschland ist die Sportart nach der Leistungssportreform nicht mehr förderungswürdig. Das trifft auch Stoepels Partnerin Ebert: "Ihre Sportförderung wurde jetzt gestrichen." Wie es weitergeht, ist offen: "Finanziell wird es knapp, und es ist fraglich, ob wir das nochmal machen. Das ist traurig, leider." Die WM-Premiere könnte also auch gleich das Ende eines langen Weges gewesen sein.

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