SID

Synchronschwimmer Niklas Stoepel freut sich über seine WM-Premiere

Ein Traum wird wahr: Stoepel jubelt über WM-Premiere
Von SID

16/07/2017 um 12:55Aktualisiert 16/07/2017 um 12:59

Niklas Stoepel hat seine langersehnte WM-Premiere gefeiert. Der einzige deutsche Synchronschwimmer bricht nun auch international in eine Frauendomäne ein. "In Deutschland und im Verein fühle ich mich schon längst voll aufgenommen. Jetzt ist es auch international so", sagte der Bochumer nach dem Vorkampf des gemischten Duetts in der Technischen Kür mit seiner Partnerin Amelie Ebert.

"Ich glaube, man merkt, dass da bisher was gefehlt hat", fühlte er hinzu.

Jahrelang war der Maschinenbaustudent allein unter Frauen bei deutschen Meisterschaften mitgeschwommen, als Einziger ungeschminkt in Badehose - in der Gruppe, in der Kombination, mit neun Schwimmerinnen um sich herum. Nur bei einer WM durfte Stoepel nicht starten, "diskriminierend" fand er das. Als vor zwei Jahren in Kasan mit dem Mixed Duett die Sportart für Männer geöffnet wurde, musste er noch daheim am Fernseher zuschauen, weil er mitten im Studium steckte.

Jetzt erfüllte sich endlich sein Traum. In dunkelblauer Badehose sprang er mit Ebert ins Becken im Freiluftstadion am Budapester Heldenplatz - dort, wo im Winter Eisläufer ihre Runden drehen. "Eine tolle Atmosphäre, vor so vielen Zuschauern sind wir noch nie angetreten", sagte Stoepel und strahlte mit seiner Partnerin um die Wette.

Auch sportlich ein Erfolg

Auch sportlich war das WM-Debüt ein Erfolg. Vor 4500 Zuschauern zeigte das Duo mit 72,6988 Punkten eine Bestleistung und landete auf Platz acht. "Ich hoffe, das können wir im Finale am Montag übertreffen", sagte Stoepel. Das Highlight für die beiden Bochumer kommt aber erst mit der Freien Kür am Freitag und Samstag. "Wir erzählen eine Geschichte von einem Paar, das sich erst trennt und am Ende wieder zusammenkommt", erklärte der 25-Jährige: "Das kann man mit Frauen schlechter erzählen."

Das gemischte Duett sieht er nicht als "Konkurrenz zu den Frauen, sondern als Ergänzung - ähnlich wie beim Eiskunstlaufen". Es sollte nur "ein erster Schritt" sein, sagt Stoepel: "In der Kombination könnten Männer viel mehr Highlights setzen." Aber es bleibt noch die letzte Bastion: Bei Olympischen Spielen ist Synchronschwimmen noch immer Frauensache - wie sonst nur noch die Rhythmische Sportgymnastik.

In Deutschland ist die Sportart nach der Leistungssportreform nicht mehr förderungswürdig. Das trifft auch Stoepels Partnerin Ebert: "Ihre Sportförderung wurde jetzt gestrichen." Wie es weitergeht, ist offen: "Finanziell wird es knapp, und es ist fraglich, ob wir das nochmal machen. Das ist traurig, leider." Die WM-Premiere könnte also auch gleich das Ende eines langen Weges gewesen sein.

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