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Trotz "Hammer-Finale" für Felix Neureuther: Durchwachsenes Fazit bei DSV-Alpinen

Trotz starkem Neureuther-Finish: Durchwachsenes Saisonfazit der DSV-Alpinen
Von SID

20/03/2017 um 14:22Aktualisiert 20/03/2017 um 14:25

Nach dem Winter ist vor dem Winter: Felix Neureuther und Co. versprechen sich nach einer eher durchwachsenen Saison einen Aufschwung für das Olympiajahr. Vor allem die Auftritte der Herrenmannschaft um den WM-Dritten Neureuther geben Zuversicht. Bei den Damen Ruhen die Hoffnungen fast alleine auf Viktoria Rebensburg. Das Weltcup-Finale brachte fast durchweg gute Ergebnisse.

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Urlaub? Von wegen! Wenn Felix Neureuther am Dienstag nach einem verheißungsvollen Weltcup-Finale aus den USA zurückkommt, ist dieser Winter noch längst nicht zu Ende. "Es stehen noch ein paar Rennen an", sagt Neureuther. Am Mittwoch will er bei den internationalen Zollmeisterschaften in Frankreich an den Start gehen, ab Freitag bei den deutschen Meisterschaften in Berchtesgaden. Straffes Programm.

Und dann? "Dann eine Woche Urlaub in Norwegen, danach Skitests bis April", berichtet Neureuther. Genau genommen ist ja nach dem Winter schon vor dem Winter, "mein Trainer hat mir schon den Plan gezeigt, da standen wieder sehr viele Skitage drauf". Für die Saison 2017/2018 mit den Olympischen Spielen in Pyeongchang schreibt der Internationale Skiverband FIS neue Riesenslalom-Skier vor - da muss ausgiebig getestet werden.

Neureuther prägte die Saison

So zwischendurch will Neureuther im Mai auch noch nach Island fliegen, um mit populären Freeskiern wie Bene Mayr einen Film zu drehen - vor allem geht es für ihn darum, dort weiterzumachen, wo er gerade aufgehört hat: mit zwei zweiten Plätzen beim Finale des Weltcups in Aspen/US-Bundesstaat Colorado. Ein "Hammer-Finale" sei das gewesen, ließ er wissen, ein "für alle positiver Abschluss", ergänzt Alpindirektor Wolfgang Maier.

Aufgrund der Formschwankungen von Viktoria Rebensburg und der Verletzung von Fritz Dopfer prägte Neureuther die Saison der deutschen Alpinen fast im Alleingang. Von den elf Podestplätzen bei Männern und Frauen, der schwächsten Ausbeute seit 2008 (zehn), holte er sechs, dazu bei der WM mit Slalom-Bronze die einzige Medaille. Weniger Siege als den einen von Linus Straßer (München) in Stockholm gab es zuletzt 2006.

Video - Nur Hirscher stärker: Neureuther auf Platz zwei

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"Die Saison war nicht traumhaft", sagt Maier, der sich umso mehr über Neureuther freut: "Alle kriegen damit ein bisschen Lohn für die viele Arbeit." Und gearbeitet, will er damit sagen, haben sie alle bis zum Umfallen, wenn auch nicht so erfolgreich, wie sie sich das gewünscht hätten. "Wir wollen nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir werden analysieren, umbauen und verändern", erklärt Maier, aber er betont: So schlecht war die Saison nun auch nicht.

Maier: "Das pisst mich an"

Genau genommen ist die WM in St. Moritz unglücklich gelaufen. Während die Nordischen Kombinierer, Skispringer und Biathleten Medaillen über Medaillen gewannen, wurde aus den erhofften drei bei den Alpinen nur jene bronzene von Neureuther. Maier aber hat die Diskussion "so dick", wie er sagt: "Es ist bei der WM völlig unter den Tisch gefallen, dass wir mit den Herren relativ gut waren, alle haben rumgeheult. Das pisst mich an."

Dass er bei den Frauen "kein Wunderteam hat", gesteht Maier ohne Zögern ein. Aber er wehrt sich gegen Vereinfachungen. "Jetzt heißt es, ich muss Trainer rausschmeißen, das geht mir so auf die Nerven. Ich stehe zu hundert Prozent zu meinem Team." Und daher sagt er auch: "Wir können in der Olympiasaison für Medaillen sorgen, das Potenzial haben wir. Aber ich habe keinen Bock drauf, mir von der Öffentlichkeit vorschreiben zu lassen, wie viele."

Das Potenzial für eine Medaille hat auf jeden Fall immer Viktoria Rebensburg, wie sie zum Saisonabschluss mit Rang vier zeigte, nur: mit der Umsetzung hat es in diesem Winter bei ihr arg gehapert. Für Maier ist das schon Vergangenheit: "Wir werden die Vicky wieder hinbekommen. Sie hat einfach zu wenig getan, sie sieht, dass der bequeme Weg nicht zum Erfolg führt. Aber sie hat erkannt, dass sich etwas ändern muss. Die tritt im nächsten Jahr ganz anders auf."

Rebensburg jedenfalls will "im April viel Ski fahren". Der neue Winter hat begonnen.

Video - Krönender Saisonabschluss: Neureuther fährt aufs Podium

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