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David Poisson: Reaktionen zum tragischen Tod des französischen Skirennläufers

Ski-Welt schockiert über den tragischen Tod des David Poisson: "Eine große Tragödie"

15/11/2017 um 06:00Aktualisiert 15/11/2017 um 09:06

Nach dem tragischen Trainingsunfall des französischen Skirennläufers David Poisson hält die Ski-Welt den Atem an. "Die Ski-Familie ist tief schockiert und trauert um David", schrieb der deutsche Skiverband auf Twitter. Poisson kam bei einem Trainingssturz in Kananda ums Leben. Sein größter Erfolg war Bronze bei der WM 2013 in Schladming. Der gesamte Skisport steht nach seinem Tod unter Schock.

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Felix Neureuther war bestürzt. "Solche tragischen Nachrichten machen mich unendlich traurig. Ich wünsche der Familie ganz viel Kraft! Wir werden Dich immer in unserem Herzen behalten mein Freund", schrieb er bei Facebook.

Auch Österreichs Ski-Stars können es nicht fassen. Olympiasiegerin Anna Veith und Ski-Ass Philipp Schörghofer drückten ihr Mitegfühl für die Familie des Franzosen aus. "So traurig", twitterte Veith.

"Ein großartiger Kerl"

Die französische Sportzeitung "L'Équipe" veröffentlichte unterdessen eine Hommage an David Poisson auf ihrer Titelseite.

Hommage der L'Equipe an David Poisson nach Tod bei Trainingssturz

Der 35-Jährige Speed-Fahrer war für seine humorvolle Art bekannt. "David war ein großartiger Kerl, der immer lächelte und gut drauf war", meinte die britische Skirennläuferin Chimene Alcott. Die Schweizerin Lara Gut schrieb: "Dein Lächeln wird uns fehlen."

Auch die französische Biathlon-Legende Vincent Defrasne trauerte: "Große Tragödie. Dein toller Humor wird uns fehlen, du fehlst und schon jetzt Kailloux!"

Ski-Langläufer Maurice Manificat schreib bei Twitter:

"Ein genialer Kerl, total sympathisch. Du warst solide wie ein Felsen, wie konnte es nur dich treffen? Ich versteh das nicht."

"Abfahrt ist gefährlich und riskant"

Lindsey Vonn schrieb:

"Das ist niederschmetternd. Meine aufrichtigstes Beileid seiner Familie. Rest in Peace, David."

Das französische Speed-Team trainierte für das kommende Weltcuprennen am 25. und 26. November in Lake Louise im kanadischen Skigebiet Nakiska, wo sich der Unfall ereignete. Präsident Michael Vion erklärte in einer Mitteilung des französischen Skiverbandes:

"Die Abfahrt ist gefährlich und riskant, aber in den letzten Jahren haben wir realisiert, dass sie gefährlicher ist als die Formel 1. Wir zahlen einen hohen Preis. Davids Tod ist ein Desaster."

Todesfälle bei Weltcup-Rennen sind freilich selten geworden. Größer scheint das Risiko im Training zu sein.

Auch der Deutsche Skiverband, das US-Ski-Team, Ted Ligety, Lara Gut, Erik Guay und viele andere nahmen Anteil.

Eine offizielle Stellungnahme über den Unfallhergang lag zunächst nicht vor, es liegt jedoch nahe, dass Poisson nach seinem Sturz von der Piste und gegen einen Baum flog. Die Schweizer Zeitung Blick zitierte einen Augenzeugen, der berichtete, der Franzose sei kurz vor dem Ziel bei etwa 100 km/h ausgerutscht und durch Fangnetze hindurch "in den Wald hineingeschossen".

Rund eineinhalb Stunden lang sei erfolglos versucht worden, Poisson wiederzubeleben. Im Gegensatz zu den Strecken bei Weltcup-Rennen sind die zu Trainingszwecken genutzten Pisten eher unzureichend gesichert. Der US-Verband unterhält eine Strecke in Copper Mountain im US-Bundesstaat Colorado, wo die Vorkehrungen dem hohen Standard im Weltcup entsprechen, dort säumen unter anderem sogenannte A-Netze den Kurs. In Nakiska, wo gleich neben der Piste Bäume stehen, sind es wohl nur weniger widerstandsfähige B-Netze.

Der letzte Todesfall bei einem Weltcup-Rennen war 1994 die Österreicherin Ulrike Maier bei der Abfahrt auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Poisson ist das prominenteste Opfer seit der Französin Regina Cavagnoud, der ebenfalls ein Training zum Verhängnis wurde. Die Super-G-Weltmeisterin war im Herbst 2001 auf dem Gletscher im Pitztal mit dem deutschen Trainer Markus Anwander kollidiert. Sie erlag ihren Verletzungen.

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