Getty Images

Max Burkhart stirbt nach Sturz in Kanada - Felix Neureuther "schwer erschüttert"

Ski-Youngster Burkhart stirbt bei Sturz - Neureuther "schwer erschüttert"
Von SID

07/12/2017 um 12:02Aktualisiert 07/12/2017 um 18:24

Der 17 Jahre alte Skifahrer Max Burkhart ist einen Tag nach seinem schweren Sturz in einer Abfahrt in Kanada verstorben. Den Tod des Youngsters vom SC Partenkirchen bestätigte am Mittwoch der kanadische Skiverband Alpine Canada. Burkhart war als vorletzter Läufer in der Schussfahrt in Lake Louise gestürzt, er erlag später im Krankenhaus von Calgary den Verletzungen.

Eurosport Player : Verfolgen Sie das ganze Event live

Jetzt bei Eurosport

Der alpine Ski-Rennsport wird vom zweiten tragischen Todesfall innerhalb von drei Wochen erschüttert: Am Mittwoch erlag der 17 Jahre alte deutsche Nachwuchsfahrer Max Burkhart im Foothills Hospital in Calgary seinen Unterleibsverletzungen, die er am Dienstag im kanadischen Lake Louise erlitten hatte.

Burkhart, Mitglied des Ski-Clubs Partenkirchen, war bei einer Abfahrt im Rahmen des Nordamerika-Cups unglücklich in die Fangnetze gestürzt und hatte diese zerrissen.

Höfl-Riesch "fassungslos"

Bestürzt reagierte auch die dreimalige Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch. "Ich bin fassungslos über den Tod von Max Burkhart", twitterte sie am Donnerstagvormittag, "meine Gedanken sind bei seinen Eltern und seiner Familie. Ich weiß, dass die Menschen in meinem Heimatort und beim SC Partenkirchen für sie da sein werden, aber das ist in solch einer Situation nur ein schwacher Trost."

Ihre ehemalige Konkurrentin Lindsey Vonn twitterte: "Wieder ein Tod. Mein Beileid an Max' Familie und Freunde." Betroffen äußerte sich auf Facebook auch Biathlon-Königin Laura Dahlmeier zum Tod ihres Vereinskollegen. Der Sport sei auch grausam und zeige, "wie wenig Zeit uns doch auf dieser wunderbaren Welt bleibt."

Video - Nächster Sturz: Vonns Wohnzimmer wird zur Abstellkammer

01:04

Neureuther erschüttert

Auch der Deutsche Skiverband zeigte sich "schwer betroffen", wie Sprecher Ralph Eder dem "SID" sagte, "die gesamte Skifamilie ist in Gedanken bei allen, die Max liebten und kannten." Zugleich sagte der DSV den Betroffenen "jegliche Unterstützung" zu. Auch der Ski-Weltverband FIS beklagte rund drei Wochen nach dem tödlichen Trainingssturz des französischen Weltcupfahrers David Poisson im kanadischen Nakiska den "tragischen Verlust".

Burkhart war Klubkollege von Deutschlands Vorzeigefahrer Felix Neureuther. Der reagierte betroffen auf die schockierende Nachricht.

Auch der Ski-Weltverband FIS beklagte rund drei Wochen nach dem tödlichen Trainingssturz des französischen Weltcupfahrers David Poisson im kanadischen Nakiska den "tragischen Verlust".

Neureuther schrieb in diesem Kontext:

"Was ist momentan bitte los??? Ich verstehe es nicht!!!"

Burkhart war Schüler in den USA

Burkhart war im Herbst für ein Jahr nach Kalifornien an die bekannte Sugar Bowl Academy gewechselt, eine Art privates Ski-Gymnasium nordöstlich der Hauptstadt Sacramento. In Lake Louise gehörte er zum Team der Academy, zur dort startenden Europacup-Mannschaft des DSV bestand kein Kontakt. Der DSV zog sein Team unter Leitung des früheren Weltcup-Trainers Stephan Kurz nach dem Unglück von den weiteren Rennen zurück.

In Lake Louise waren an den beiden vergangenen Wochenenden Weltcup-Rennen der Männer und Frauen ausgetragen worden. In dieser Woche finden dort sogenannte FIS-Rennen sowie Rennen im Rahmen des kontinentalen Nordamerika-Cups (Noram Cup) statt. Die Sicherheitsvorkehrungen wie Fangnetze, die zunächst für den Weltcup vor Ort aufgebaut werden, bleiben für gewöhnlich für nachfolgende unterklassige Wettbewerbe stehen.

Eltern reisen nach Kanada

Burkhart war am Dienstag als vorletzter Starter auf die Piste "Men's Olympic Downhill" gegangen. Nach ersten Maßnahmen auf der Piste durch Notärzte wurde Burkhart gegen 14.30 Uhr Ortszeit mit einem Rettungshubschrauber in das rund 150 Kilometer entfernte Calgary geflogen, wo er am Abend operiert wurde. Am Mittwochnachmittag bestätigte dann die Royal Canadian Mountain Police, dass Burkhart seinen Verletzungen erlegen sei.

Ein Sprecher des Skigebiets von Lake Louise sprach Burkharts "Familie, seinen Mannschaftskollegen und allen Betroffenen" das "tiefste Mitgefühl" der Eigentümer von Lake Louise aus. Die beiden Skiverbände Alpine Canada und Alpine Alberta forderten die "Skifamilie in der ganzen Welt" auf, Burkharts Familie und dessen Teamkollegen "in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen". Die Eltern von Burkhart waren am Dienstag nach Kanada gereist.

Burkhart gehörte bislang keinem Kader des DSV an, lediglich einem Nachwuchskader des bayerischen Landesverbandes. Vergangene Woche hatte er bei einem FIS-Super-G in Copper Mountain/Colorado, den Manuel Schmid vom SC Fischen im Allgäu gewonnen hatte, als zweitbester Deutscher Rang 31 belegt.

Video - "Hermann Maier war mein Testpilot": Das Olympia-Geständnis von Lasse Kjus

01:49
0
0