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Paul Hunter Classic: Einzigartiges und unverzichtbares Snooker-Festival

Paul Hunter Classic: Einzigartiges und unverzichtbares Festival

28/08/2017 um 16:15Aktualisiert 28/08/2017 um 16:20

Neben den sportlichen Ergebnissen hat das Paul Hunter Classic 2017 vor allem eines gezeigt: Dies ist ein einzigartiges und unverzichtbares Festival des Snooker. So etwas gibt es kein zweites Mal, das muss unbedingt beibehalten werden. Die vielen Events sind das eine, aber erst das Publikum setzt die Sahnehaube drauf. Shaun Murphy und Michael White waren sich einig: „Bestes Publikum der Welt!“

Ein Weltranglisten-Turnier, aber unter Beteiligung von vielen Amateuren (männlich und weiblich, jung und alt). Ein Damen-Event. Ein Junioren-Event. Ein Side-Event für die Profis. Und das alles an einem Platz. Das gibt es nur in Fürth.

Das ist weit mehr als eines von vielen Turnieren. Das ist ein Festival. Und Snooker braucht so etwas. Das Interesse und die Teilnahme von Spielern aus der ganzen Welt beweisen das. Das Preisgeld für die Profis ist bei den anderen Turnieren höher, das ist richtig. Aber die Atmosphäre gibt es nirgendwo sonst.

Ich habe den Vergleich über das Wochenende in vielen Gesprächen mit Fans, Medienvertretern, Spielern und Offiziellen gebraucht: Das German Masters in Berlin ist die ganz große Theaterbühne, das Paul Hunter Classic ist dagegen ein Familienfest.

Jähriches Familientreffen

Profi-Spieler, Amateur-Spieler und Fans kommen da zusammen und mischen sich. Spieler und Schiedsrichter können viele Besucher schon mit Namen ansprechen. Es sind Freundschaften entstanden. Es ist halt wie das jährliche Familientreffen. Alle lieben Snooker; das ist das Band, das alle vereint.

Die Snooker-Welt wäre weitaus ärmer ohne dieses Festival. Alle, die dabei waren, werden mir da mit Sicherheit zustimmen. Ich weiß, dass das Dragonstars-Team schon kräftig am Paul Hunter Classic 2018 arbeitet. Ich wünsche ihnen Erfolg, und ich bin zuversichtlich, dass sie es auch im nächsten Jahr wieder schaffen!

Enorm wichtiger Erfolg für White

Auf ein sportliches Fazit will ich aber nicht gänzlich verzichten. Für Michael White war der Erfolg in der Fürther Stadthalle enorm wichtig, Als er im Frühjahr 2015 beim Indian Open seinen ersten Titel holten erwarteten alle den endgültigen Durchbruch für den Waliser. Doch es kam anders. Erfolge blieben aus, und er entfernte sich immer weiter von den Top 16 der Weltrangliste.

Diesen Trend hat er zunächst einmal gestoppt. Sowohl im Interview nach dem Finale als auch im privaten Gespräch danach hat er mir versichert, dass er in den letzten Monaten sehr viele harte Arbeit investiert hat.

Der Erfolg von Fürth zeigt ihm nun, dass diese Arbeit sich gelohnt hat und auch in Zukunft lohnen wird. Das Selbstvertrauen, das er im Frankenland getankt hat, kann diesen Weg auch noch einfacher machen.

Zweite Finalniederlage für Murphy in fünf Tagen

Für Shaun Murphy war es natürlich bitter, innerhalb von fünf Tagen zwei Endspiele zu verlieren. In beiden Finals ist er jeweils auf einen Gegner getroffen, der an diesem Tag eben besser war und deshalb auch verdient gewonnen hat.

Aber auch in der Niederlage präsentierte sich Murphy so, wie wir ihnen kennen: als vorbildlicher und fairer Sportler von höchster Professionalität und als ein purer Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Das passt ja zum Familientreffen.

Und in einem waren sich White und Murphy nach dem Finale ja einig: Beide bedankten sich beim „besten Publikum der Welt“.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

Video - Starke Vorstellung: Murphy macht 421. Century perfekt

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