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Shanghai Masters: Revanche für WM-Finale liegt in der Luft

Shanghai Masters: Revanche für WM-Finale liegt in der Luft

23/09/2016 um 17:42

Bei Shanghai Masters ist eine Wiederauflage des letzten WM-Finales zwischen Mark Selby und Ding Junhui möglich. Bekommt Ding die Chance zur Revanche? Unwahrscheinlich ist das auf jeden Fall nicht. Aber Stephen Maguire und Stuart Bingham darf man nicht abschreiben. Die Halbfinalpaarungen zeigen, dass das Shanghai Masters zu einem absoluten Top-Turnier geworden ist.

Es sind zwei absolute Top-Paarungen: Mark Selby gegen Stuart Bingham und Ding Junhui gegen Stephen Maguire. Diese Halbfinals belegen, dass welchen hohen Stellenwert das Shanghai Masters im zehnten Jahr seines Bestehens hat. Selby gegen Bingham ist nicht nur das Duell der beiden letzten Weltmeister, sondern auch das Duell zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der Weltrangliste. Besser geht es nicht.

Bei Mark Selby ist in diesem Jahr von einem Nach-WM-Blues nichts zu sehen. Der Mann aus Leicester hat ja schon in Fürth beim Pasul Hunter Classic triumphiert. Natürlich hat er noch nicht das höchste spielerische Niveau erreicht. Dazu ist die Saison noch zu jung, und außerdem war er vor allem war er über den Sommer viel gefragt und viel beschäftigt; nicht zuletzt auch in China. Aber wie schon in Fürth zeigt er auch in Shanghai, dass er seine wichtigste Qualität behalten hat: Er kann seine Matches auch ohne sein bestes Spiel gewinnen.

Nicht mehr so verkrampft wie in seinem Jahr als Weltmeister wirkt Stuart Bingham auf mich. Die Lockerheit tut seinem Spiel sehr gut. Er kann wieder genießen was er macht. Prompt stellt sich auch wieder der Erfolg ein. Ganze drei Frames hat er auf dem Weg ins Halbfinale abgegeben. Keiner hat ihn auch nur annähernd in Gefahr gebracht. Das spricht für sich.

Stuart Bingham

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Ding Junhui hat sich bisher in dieser Saison rar gemacht und nur beim World Open gespielt. Damit scheint er alles richtig gemacht und die Balance gefunden zu haben. Obwohl er bei den Turnieren in China immer fürchterlich viel um die Ohren hat scheint es ihm Spaß zu machen. Das ist bei ihm die wichtigste Voraussetzung, um seine unbestreitbare spielerische Klasse auch auf den Tisch zu bringen. Der Start gegen Scott Donaldson war noch wackelig, aber seitdem spielt er überzeugend.

Stephen Maguire fällt in diesem Feld vielleicht ein bisschen heraus. In der Weltrangliste ist er derzeit nur auf Platz 20 zu finden. Aber warum er durch ein solches Tief gegangen ist und soweit abrutschte habe ich nie verstanden. In Shanghai zeigt er endlich einmal wieder seine Brillanz, und das nicht nur wegen des Maximum-Breaks. Shaun Murphy hat es nach seiner bösen 0:5-Klatsche gegen den Schotten auf den Punkt gebracht: „Wenn Stephen so spielt, dann ist kein Kraut gegen ihn gewachsen.“

Nur noch zwei Tage Shanghai Masters liegen vor uns, aber es könnten zwei ganz besondere Tage werden.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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