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Nervenkrieg im Crucible: Marco Fu gewinnt nach 1:7-Rückstand

Nervenkrieg im Crucible: Fu gewinnt nach 1:7-Rückstand

18/04/2017 um 07:48Aktualisiert 18/04/2017 um 07:56

Es ist eines der größten Comebacks im Crucible Theatre: Obwohl Marco Fu gegen Luca Brecel schon mit 1:7 zurücklag, gewann er noch mit 10:9. Nervenstärke und Matchplay erlaubten Fu die Wende. Nachdem er am Ende der ersten Session mit einer 105 schon auf 2:7 verkürzt hatte, gewann er die ersten beiden Frames der zweiten Session dank Breaks von 75 und 83 Punkten.

Danach begann der Kampf aber erst richtig. Zwar schaffte Luca Brecel noch das 8:4, aber Fu hatte gemerkt, dass er noch eine Chance hatte und holte Frame um Frame auf.

Auf Schwarz glich er zum 8:8 aus. Zwar ging Brecel dank einer 78 noch einmal in Führung, doch Fu erzwang mit einer 85 den Entscheidungsframe. Diesen Decider holte er dann mit Breaks von 46 und 56 Punkten.

Dramatisch waren aber auch weitere Entscheidungen am dritten Tag der Weltmeisterschaft. "Er war eigentlich der bessere Spieler", kommentierte Mark Allen sein 10:8 über Jimmy Robertson, "aber ich hatte den Mumm." Die beiden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum 8:8. Mit zwei kleinen Breaks ging Allen dann ein weiteres Mal in Führung und bewies mit einer 97 im 18. Frame diesen Mumm.

Auch Shaun Murphy war erleichtert nach seinem 10:8 über Yan Bingtao. "Bis zum 9:5 sah alles rosa aus", meinte Murphy im Anschluss. Der 17-jährige Chinese gab sich jedoch nicht geschlagen und stürmte los: Mit Breaks von 94 und 70 Punkten verkürzte er auf 7:9 und gewann auch den 17. Frame zu Null. Murphy war verunsichert. Dann aber nutzte er seine Erfahrung, als er aus einem Fluke im 18. Frame eine nervenstarke 44er-Clearance zum 10:8 machte.

Bingham, Ding und Higgins auf Kurs

Stuart Bingham überwand Peter Ebdon mit 10:5. Dabei hatte Bingham nach der ersten Session im Duell der beiden Ex-Weltmeister nur mit 5:4 geführt. Am zweiten Tag gewann er aber drei Frames, die Ebdon eigentlich schon so gut wie sicher hatte. So verschoss Ebdon im zehnten Frame nach einer 55 beim Stand von 61:0 den Frameball. Bingham konterte mit einer Clearance von 62 Punkten zum 6:4. Im 14. Frame brauchte Bingham schon zwei Snooker, aber er holte zehn Foulpunkte und baute seine Führung auf 9:5 aus. Im 15. Frame verschoss Ebdon nach einer 65 erneut den Frameball auf die Mitte. Nervenstark räumte Bingham mit einer 49 ab und gewann den Frame erneut auf Schwarz.

In besten Spiellaune präsentierte sich Ding Junhui, der gegen Zhou Yuelong mit 7:2 in Führung ging. Breaks von 60, 57, 54, 136, 78, 103 und 132 Punkten spielte Ding dabei; die 136 ist gleichzeitig das bisher höchste Break bei dieser WM. Zhou hatte zwischenzeitlich auf 1:5 verkürzt und deutete im siebten Frame mit einer 81 seine Qualität an, konnte sein Idol am Ende aber nicht gefährden.

Ähnlich souverän agierte John Higgins, der nach der ersten Session gegen Martin Gould ebenfalls mit 7:2 führt. Sieben Breaks von mehr als 50 Punkten spielte der Schotte dabei. Gould hatte auf Schwarz zwischenzeitlich auf 1:5 verkürzt und betrieb im letzten Frame der Session mit einer 100 wenigstens noch etwas Schadensbegrenzung.

Video - Volles Risiko: Gould rettet sich mit starkem Finish

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