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ATP NextGen: Karen Khachanov exklusiv: "Djokovic mit Abstand der Beste"

Khachanov exklusiv: "Djokovic mit Abstand der Beste"

03/10/2016 um 17:42Aktualisiert 03/10/2016 um 21:37

Was für eine Woche für Karen Khachanov! Der Russe holte mit 20 Jahren in Chengdu seinen ersten ATP-Titel, dazu kletterte das Toptalent auf Rang 55 in der Weltrangliste. Im Exklusiv-Interview spricht Khachanov - wie Alex Zverev oder Nick Kyrgios Teil der "ATP NEXT GENERATION" - über Novak Djokovic, seinen Plan B zum Tennis und einen großen Traum.

Wer war Ihr großes Tennis-Idol in jungen Jahren?

Karen Khachanov: Ich würde nicht von einem Idol sprechen, aber Marat Safin war mein Lieblingsspieler, ein wenig mehr noch als Jewgeni Kafelnikow. Die beiden waren zu meiner Jugendzeit die besten Tennisprofis in Russland. Ich habe Marat als Spieler bewundert, aber auch als Persönlichkeit auf und neben dem Court.

Was würden Sie als beste Erinnerung an Ihre Junioren-Zeit bezeichnen?

Khachanov: Das ist sicherlich mein Titelgewinn bei der U18-Europameisterschaft 2013 in der Schweiz. Außerdem erinnere ich mich sehr gerne an die Olympischen Jugendspiele 2014 in Nanjing zurück. Da habe ich zusammen mit Andrej Rublew die Silbermedaille im Doppelwettbewerb geholt. Diese beiden Turniere sind die Highlights meiner Jugendkarriere.

Inzwischen sind Sie in der Profi-Welt angekommen. Was war Ihr erstes großes Highlight auf der Tour?

Khachanov: Der Kremlin Cup 2013 in meiner Heimatstadt Moskau war ein ganz besonderes Event für mich. Ich war 17 Jahre alt und habe das Viertelfinale erreicht. Es war mein erstes wirklich großes Ergebnis auf ATP-Niveau und ich habe im Achtelfinale Janko Tipsarevic geschlagen, der damals in den Top 30 stand. Das werde ich nie vergessen.

Welches Turnier wollen Sie in Ihrer Karriere unbedingt noch gewinnen?

Khachanov: Ein Grand-Slam-Turnier. Das ist doch der Traum eines jeden Tennisprofis, das ist bei mir nicht anders. Am liebsten wären mir die US Open. Ich weiß gar nicht so genau, warum. Es hängt wohl damit zusammen, dass Marat Safin dort gewonnen hat - und Juan Martín del Potro, den ich sehr bewundere. Das ist doch ein Zeichen, oder? (lacht)

Wen halten Sie aktuell für den besten Spieler auf der Tour?

Khachanov: Ganz klar, Novak Djokovic. Eine Zeit lang waren ein paar Spieler gleichauf, aber inzwischen Djokovic für mich mit Abstand der Beste.

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Erklären Sie doch Ihren persönlichen Spielstil.

Khachanov: Ich bin mit 1,98 m ein großer Spieler. Daher versuche ich, möglichst aggressiv zu agieren, die Ballwechsel mit der Vorhand zu diktieren. Wichtig für mein Spiel ist außerdem der Aufschlag. Mein Ziel ist es, die Mitte des Platzes zu halten und meinen Gegner zu bewegen.

Was bedeutet es Ihnen, Teil der "ATP NextGen" zu sein?

Khachanov: Für mich ist das großartig, denn ich gehöre damit zu den besten Spielern in meinem Alter. Ich ziehe daraus Energie und auch ganz generell ein positives Gefühl.

Welche Person hat Ihre Tennis-Karriere am meisten geprägt?

Khachanov: Das ist fast nicht zu beantworten, denn es war nicht eine Person, sondern meine ganze Familie. Mein Eltern haben mich schon in der Kindheit toll unterstützt und mir geholfen. Sie haben immer genau verfolgt, wie ich spiele, welche Ergebnisse ich erreiche. Dazu nimmt mein Onkel, einer meiner Hauptsponsoren und im Tennis mein Begleiter seit ich 14 Jahre alt bin, eine Schlüsselrolle in der Entwicklung meiner Karriere ein. Dann will ich auch meine Großeltern nicht vergessen, die mich so oft zum Training gefahren oder irgendwo abgeholt haben. Das war also wirklich die ganze Familie beteiligt.

Hatten Sie eigentlich einen Plan B, wenn es mit Tennis nicht funktioniert hätte?

Khachanov: Puuh, darüber habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht. Aber ich denke, ich würde auf jeden Fall studieren. Management oder Wirtschaft, beides sehr nützlich.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Khachanov.

Das ist die "ATP NEXT GENERATION"

Eurosport.de stellt in Zusammenarbeit mit der ATP die neue Tennis-Generation vor. Junge, aufstrebende Profis wie Alex Zverev, Nick Kyrgios, Borna Coric, Kyle Edmund oder Taylor Fritz verraten in exklusiven Interviews, was sie antreibt, welche Momente sie nie vergessen werden und welches Turnier sie unbedingt noch gewinnen wollen.

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