And the Biathlon-Oscar goes to…

And the Biathlon-Oscar goes to…

02/03/2012 um 11:58Aktualisiert

Ein Schlitz, ein Bein, ein Twitter-Account - seit einer Woche vergeht fast kein Tag mehr, an dem man nicht irgendeine Neuigkeit über Angelina Jolies rechtes Bein aufschnappt.

Ganz so glamourös wie bei der Verleihung der Acadamy Awards ging es zwar bei der Biathlon-Gala in Ruhpolding nicht zu, aber auch im Kurhaus des WM-Ortes ging es unter der charmanten Führung von Eurosport-Kommentator Sigi Heinrich durchaus feierlich zu.

In großer Runde feierte die Biathlon-Familie die Nominierten, vorgeschlagen von einer Jury, der unter anderem auch Frank Luck angehört, und bejubelte die acht Preisträger, gewählt von den Trainern der Weltcup-Teams. eurosport.yahoo.de blickt in anderen Kategorien auf den Abend.

Versäumer des Abends: Tarjei Bö

Der Norweger durfte sich gleich über zwei Kristall-Figuren freuen. Er wurde zum Biathleten des Jahres gewählt, erhielt aber auch den Fan-Preis, der aus einer Internet-Abstimmung hervorging. Als der Gesamt-Weltcupsieger 2011 jedoch zum zweiten Mal geehrt werden sollte, fehlte von ihm jede Spur. Eine spontane Suchaktion förderte ihn wieder zutage und auf die Bühne - man stelle sich das mal beim Oscar vor: Die Frau Streep? Keine Ahnung, wo die ist...

Hingucker des Abends: Dorothea Wierer

Die dunkelhaarige Südtirolerin mit dem Schönschrift-Autogramm zog die Blicke auf sich. Die dreifache Junioren-Weltmeisterin von 2011 sahnte den Newcomer-Award ab und hat auch von der Ausstrahlung her das Zeug, die Weltspitze aufzumischen. Ihr Charme, ihr natürlicher Witz und ihr ungezwungener Umgang mit den Anwesenden wurden an diesem Abend nur noch von ihrem auf einer Seite schulterfreien und deutlich über dem Knie endenden Kleid übertroffen.

Verwirrung des Abend: Andreas Bourani

Andreas, wer? Das war die häufigste Frage, nachdem Moderator Sigi Heinrich das musikalische Zwischenspiel des Abends ankündigte. Als der junge Mann mit der dunklen Lockenpracht und der unverwechselbaren Stimme zu seinem großen Hit ansetzte, waren auch die letzten Fragezeichen über den Köpfen der Gäste verschwunden - und der Saal groovte zu "Alles nur in meinem Kopf".

Geste des Abends: Italiens Damen-Team

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen in dieser Kategorie. Kathrin Hitzer, schwanger aussetzende DSV-Athletin gewann zwar für ihre große menschliche Geste gegenüber Selina Gasparin den Fair-Play-Award - Hitzer kam der Schweizerin zur Hilfe, als diese nach einem Rennen völlig entkräftet nicht mehr von selbst hatte aufstehen können. Die Geste des Abends war aber das Erscheinen der italienischen Damen-Mannschaft, um mit Team-Kameradin Doro Wierer den Nachwuchs-Preis zu feiern.

Tarjei Bö, allein mit Trainer Mikael Löfgren (der als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde) und Damen-Siegerin Kaisa Mäkäräinen, ebenfalls nur mit ihrem Trainer gekommen, mussten auf die ehrliche Freude der Kollegen verzichten. Schön zu sehen, dass es auch im Biathlon Team-Spirit gibt - danke Italien.

Fazit des Abends: Mehr davon, aber..

Seit zehn Jahren wird der Preis nun schon vergeben, doch vor allem im Kreis der Athleten scheint die Feier keinen allzu großen Stellenwert zu besitzen. Neben den Preisträgern ließ sich kaum ein Sportler im Ruhpoldinger Kurhaus blicken. Und wieder sei der Vergleich zu den Oscars erlaubt: Wer würde die Verleihung noch spannend finden, wenn man nur am Roten Teppich schauen müsste, wer in den Saal geht, umzu wissen, an wen die Preise gehen. Ein bisschen mehr Geheimhaltung im Vorfeld würde diese Gala sportlich deutlich attraktiver machen.

Viele Grüße aus Ruhpolding,
Fabian Kunze

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