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Kein Tag wie jeder andere: Das letzte Länderspiel der DDR

Kein Tag wie jeder andere: Das letzte Länderspiel der DDR
Von Eurosport

11/09/2019 um 22:40

Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit dem letzten Fußball-Länderspiel der DDR.

12. September

Am 12. September 1990 bestritt die Fußball-Nationalmannschaft der DDR ihr letztes Länderspiel. In Brüssel gewann die Auswahl gegen Belgien mit 2:0. Beide Tore erzielte Matthias Sammer. Cheftrainer der Mannschaft war Eduard Geyer.

Ursprünglich sollte das Match ein Qualifikationsspiel für die EM 1992 sein. Da die deutsche Wiedervereinigung aber schneller als erwartet voranschritt, meldete der Verband die Nationalmannschaft von der Qualifikation ab. Die Begegnung wurde stattdessen als Freundschaftsspiel ausgetragen.

Eigentliches Ziel des Teams war es gewesen, sich für die WM in Italien wenige Wochen zuvor zu qualifizieren. Doch das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Österreich am 15. November 1989 ging 0:3 verloren. "Wir hatten eine richtige starke Mannschaft und hätten gegen die Österreicher gewinnen müssen", wird Ulf Kirsten im Tagesspiegel zitiert.

Doch es kam anders, denn wenige Tage vor der Partie in Wien fiel die Berliner Mauer. Die Gedanken der Spieler waren plötzlich woanders. "Die Konzentration ließ nach, jeder hatte mit sich selbst zu tun, die Spieler waren mit vielen anderen Dingen beschäftigt", so Geyer.

Während der letzten Freundschaftsspiele saßen die Vermittler der Vereine aus dem Westen schon auf den Tribünen. "Nach dem Mauerfall waren DDR-Spieler mein Thema", erinnerte sich Leverkusens damaliger Manager Rainer Calmund. "Da kriegt man natürlich Heißhunger auf die besten Spieler im Osten." Für Kirsten, Sammer und Co. begann eine neue Zeitrechnung.

Marc Wilmots und Andreas Wagenhaus

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