24. September

Der Journalist Richard Moore prägte den Begriff "Das dreckigste Rennen aller Zeiten". Diesen unrühmlichen Titel dürfte das Olympia-Finale über 100 Meter der Herren in Seoul am 24. September 1988 nicht mehr loswerden. Etwas untergegangen ist allerdings, dass Moore damit nicht nur mutmaßlich gedopte Athleten meinte, sondern vor allem auch Strippenzieher im Hintergrund.

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Tatsache bleibt aber dennoch, dass bei vier der besten fünf Starter des Endlaufs zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Karriere Dopingmittel im Körper festgestellt wurden. Einzige Ausnahme ist der zunächst Viertplatzierte Calvin Smith aus den USA. Smith behauptete später von sich, der beste saubere Läufer seiner Generation gewesen zu sein.

Ben Johnson überquerte in Südkorea die Ziellinie als Erster. 9,79 Sekunden benötigte der Kanadier für die 100 Meter: Weltrekord und Gold! Beides war er aber nach drei Tagen und einer positiven Dopingprobe wieder los. Olympiasieger wurde damit Superstar Carl Lewis aus den USA. Jener Carl Lewis, der, wie erst Jahre später ans Licht kam, vor den nationalen Meisterschaften ebenfalls positiv getestet wurde, aber dennoch starten durfte.

Silber ging an den Briten Linford Christie, von dem ein positiver Test aus dem Jahr 1998 existiert. Bronze gewann Smith vor seinem Landsmann Dennis Mitchell, der 1998 des Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt wurde.

Johnson gibt inzwischen längst zu, gedopt zu haben, behauptet aber dennoch, dass seine Dopingprobe in Seoul manipuliert wurde. "Ich hatte sechs Wochen vor den Spielen aufgehört, Steroide zu nehmen", wird er in der FAZ zitiert. "Ich würde nicht so blöd sein, so etwas kurz vor einem olympischen Finale zu nehmen. Ich wurde positiv auf Stanozolol getestet, aber ich hatte etwas ganz anderes genommen."

Athletics 1988 Ben Johnson

Fotocredit: Imago

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