Heute das Normalste der Fußball-Welt, am 24. März 1973 eine Sensation: Trikotwerbung in der Bundesliga. Eintracht Braunschweig war jener Klub, der eine Goldgrube erkannte - die Jägermeister-Reklame hat es zur Berühmtheit gebracht. Bis die Eintracht-Spieler gegen Schalke erstmals mit Firmenlogo aufliefen, mussten jedoch viele Klippen umschifft werden.
Es begann im Januar 1973, als Braunschweigs Mitglieder die Idee der Trikotwerbung abnickten. Die finanziell nicht auf Rosen gebetteten "Löwen" sollten ihre Kasse mit dem Hirsch auffüllen, dem Jägermeister-Wappentier.
Allerdings steuerte der DFB mit Vehemenz gegen die Pläne der Eintracht und Jägermeister-Chef Günter Mast. Die Angelegenheit wanderte bis vor den Bundesgerichtshof, was Geschäftsmann Mast nicht wirklich ungelegen kam. "Die Schiedsrichter hatten den Auftrag, nicht anzupfeifen, wenn ein Jägermeister-Trikot zu sehen war. Aber das war das, was ich wollte, denn dadurch wurde ja diskutiert…" Plötzlich war Jägermeister - nicht nur im übertragenen Sinn - in aller Munde.
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Mast löste die verfahrene Situation mit einem Trick: Anstatt des Löwen sollte sein Hirsch fortan das Braunschweiger Vereinsemblem schmücken. Der DFB verstummte und Mast zahlte rund 90.000 Mark an die Eintracht. Pläne, den Klub in "Jägermeister Braunschweig" umzubenennen, verliefen später übrigens im Sande. 1987, also ganze 14 Jahre nach der Revolution, kehrte der Löwe auf die Shirts zurück - da war die Werbe-Maschinerie längst im Gange.
"Er hat damit wahrscheinlich den größten wegweisenden Schritt in der Geschichte der Bundesliga gemacht", sagte Paul Breitner über den 2011 verstorbenen Mast. Denn dessen Pioniergeist wurde Methode: Noch im selben Jahr, 1973, zogen andere Bundesligisten nach. Der HSV warb für Campari, Eintracht Frankfurt für Remington, der MSV Duisburg für Brain Scott und Fortuna Düsseldorf für Allkauf.
"Oben ohne" hatte ausgedient…

Braunschweig-Boss Günter Mast 1973

Fotocredit: Imago

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