Dass Real Madrid das Halbfinal-Hinspiel der Champions League am 1. April 1998 gegen Borussia Dortmund mit 2:0 für sich entschied, wurde zur Nebensache. Denn im Bernabéu-Stadion fiel das erste Tor schon vor dem Anpfiff.
Spanische Fans waren auf einen Schutzzaun hinter dem Tor geklettert. Der Zaun hielt der Belastung nicht stand und riss das Tor gleich mit zu Boden. Ein Ersatz musste her und wurde vom Trainingsgelände der "Königlichen" herbeigeholt. Das Match konnte erst mit 76-minütiger Verspätung beginnen.
Die ungeplante Pause wurde in Deutschland vor allem durch die Moderation von Günther Jauch und Marcel Reif zum Kult. Sprüche wie "Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan" und "Die werden einen Teufel tun, denen ein Tor zu schenken" gingen in die Fußball- und Fernsehgeschichte ein.
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"Ich habe gelitten und Günther auch - 76 ewige Minuten lang", erinnerte sich Reif bei "Sportbuzzer." "Aus all dem Irrsinn, der dort im Stadion passierte, und dem Leid von Günther und mir bekam das alles eine eigene Flughöhe und wurde zu einem ungezogenen Schülerspaß", sagte Reif. "Wie früher, wenn der Lehrer sagt, wenn ihr jetzt nicht aufhört zu lachen, schmeiß’ ich euch raus – und man bekommt wieder einen Lachkrampf. Jauch und ich haben uns hochgejazzt, wir konnten nicht mehr aufhören."
Jauch und Reif wurden am Ende des Jahres für den "Torfall von Madrid" mit dem bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet und erhielten eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis.

Der Torfall von Madrid

Fotocredit: Imago

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