Es war einer der schwersten Unfälle in der Geschichte des deutschen Handballs. Am 30. März 1979 sollte sich das Leben von Joachim Deckarm für immer verändern.
Deckarm galt als einer der besten Handballer der Welt, wurde 1978 mit der BRD Weltmeister. 1979 trat er mit dem VfL Gummersbach im Halbfinal-Rückspiel im Europapokal der Pokalsieger beim ungarischen Klub Banyasz Tatabanya an.
Während des Matches prallte er mit dem Ungarn Lajos Panovics zusammen. Deckarm schlug mit dem Hinterkopf auf dem Hallenboden auf und verlor das Bewusstsein. Ein doppelter Schädelbasisbruch und Gehirnquetschungen wurden diagnostiziert. Der damals 24-Jährige lag über sechs Monate im Koma.
Special
Kein Tag wie jeder andere: Gretzky sorgt für "Rekord für die Ewigkeit"
28/03/2021 AM 22:55
Deckarm gilt seitdem als Pflegefall. Der Saarbrückener sitzt im Rollstuhl, hat sich jedoch ins Leben zurückgekämpft und mühsam die Fähigkeit zu sprechen wiedererlangt. Wieder laufen zu können, "ist immer noch ein Ziel", machte er gegenüber der "Rheinischen Post" deutlich.
Inzwischen ist er nach Gummersbach gezogen und regelmäßiger Gast bei Handballspielen.
2014 reiste er nach Ungarn und zu einem Treffen mit Panovics, den der schreckliche Vorfall ebenfalls nie mehr losließ. "Es ist eine unfassbare Tragödie, die uns verbindet", sagte der Ungar danach.

Joachim Deckarm

Fotocredit: Eurosport

Besonders dankbar sei Deckarm seiner damaligen Mannschaft, die ihn die gesamte Zeit über unterstützt habe:
Es ist ein großes Gefühl, zu einer Mannschaft zu gehören.
"Die Art und Weise, wie Jo sein schweres Schicksal meistert, ist toll. Er versprüht eine Lebensfreude, mit der er ein perfektes Vorbild nicht nur für Sportler, sondern für alle Menschen in vergleichbarer Situation darstellt", wird sein langjähriger Teamgefährte Heiner Brand zitiert.

Joachim Deckarm

Fotocredit: Imago

Special
Kein Tag wie jeder andere: Olympiaheld stirbt verarmt
27/03/2021 AM 22:53
Special
Kein Tag wie jeder andere: Die DDR holt Gold im Fußball
VOR EINEM TAG