Das hatte es nie zuvor gegeben: Mit erst 17 Jahren stieg Monica Seles auf den Tennis-Thron und verdrängte Steffi Graf als Nummer 1 der Weltrangliste. Doch was wie eine Wachablösung schien, sollte zu einer tragischen Geschichte werden. An jenem 11. März 1991 aber stand erst einmal die junge Aufsteigerin aus Jugoslawien auf dem Gipfel: Nicht weniger als 63 der 67 Spiele in den zwölf Monaten vor Eroberung der Spitzenposition hatte sie gewonnen, dabei die Titel in Paris und Melbourne erobert.
Da war es nur die logische Konsequenz, dass sie Graf nach 186 Wochen ablöste und die noch immer längste ununterbrochene Regentschaft im Damen-Tennis beendete. Die Spitzenposition wechselte im Anschluss mehrfach, doch Seles schien sich ab Ende 1991 dauerhaft als die beste Spielerin der Welt zu etablieren.
Aus dem "Sportmärchen" des fast unaufhaltsamen Aufstiegs der Linkshänderin aus Novi Sad wurde jedoch ein Drama, als Seles am 30. April 1993 beim Turnier in Hamburg von einem geistig verwirrten Zuschauer mit einem Messer verletzt wurde.
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Danach war Seles nie wieder ganz wie zuvor. Sie kämpfte sich zwar ab 1995 wieder in die Weltspitze zurück, holte noch etliche große Titel - doch immer blieb die Frage, wie ihre Karriere ohne den jähen Knick durch die Attacke verlaufen wäre. Graf hingegen verbrachte noch viele Monate an der Spitze des Rankings, wenn auch nicht wieder einmalige 186 Wochen.

Monica Seles nach dem Attentat

Fotocredit: Imago

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