"Vielleicht ist da bei einem Gesundheitsamt die Beißhemmung eine andere", sagte Holz dem SID: "Da hängt mehr dran. Da kommen 150 TV-Leute, bei uns eine Handvoll."
Die Ämter würden es sich deshalb "vielleicht dreimal mehr" überlegen, "eine Mannschaft in Quarantäne zu schicken und damit ein Fußball-Bundesligaspiel abzusagen als ein Handball-, Drittliga- oder Basketballspiel".
Bohmann wurde deutlicher. "Ich erwarte durch die Gesundheitsämter eine Gleichbehandlung aller Berufssportler", sagte der Handball-Ligachef dem SID: "Die Annahme, dass bei Hallensportarten ein anderer Maßstab bei der Risikobetrachtung anzulegen ist, ist wissenschaftlich widerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Risiken zwischen Freiluft- und professionell durchgeführten Indoorveranstaltungen." Von daher fordere man zwar keine Quarantäne für den FC Bayern, "wir wenden uns aber an die Politik und Behörden, bei Ihrer Risikoeinschätzung dies mitzuberücksichtigen".
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Im Basketball ist derzeit s.Oliver Würzburg in Quarantäne, die Basketball Löwen Braunschweig wurden bereits mehrfach in Isolation geschickt. Im Handball musste Rekordmeister THW Kiel aufgrund der Coronainfektion eines Spielers zuletzt mehrere Spiele absagen. In beiden Sportarten wurden in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Partien verlegt, dagegen hat es in der Fußball-Bundesliga noch keine Absage gegeben, lediglich in der 2. Liga.
Die Unterschiede sind unübersehbar. Bei der Klub-WM in Katar war die Absage des Finales nach dem positiven Coronatest bei Thomas Müller von Bayern München kein Thema. Die Entscheidung hat natürlich nichts mit den deutschen Gesundheitsämtern zu tun.
Holz wüsste gerne, warum der Fußball eher von Quarantänemaßnahmen verschont bleibt: "Die Frage stellen wir uns ja auch. Ich bin mir offengestanden nicht ganz sicher, ob das zweierlei Maß ist."
"Die Regularien, die wir uns gegeben haben, sind sehr nah oder identisch zu denen, die die DFL ihren Klubs vorgibt. Daran haben wir uns orientiert, daran kann es nicht liegen", so Holz: "Es kann zwei Gründe geben: Die Einhaltung der Regularien und die Bewertung der Gesundheitsämter."
Bohmann betonte: "Das Virus wird auch durch Impfungen nicht von der Welt verschwinden, und nicht nur wir im Sport müssen Maßnahmen ergreifen, um ein Leben mit dem Virus zu managen. Dies tun der Profisport und auch viele andere in sehr verantwortungsvoller Weise. Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Lockdown kann doch nur auf diese Art und Weise beendet werden. Es ist keine Alternative, die Gesellschaft noch monatelang einzuschließen."
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