28 Punkte, elf Rebounds, eine absolute Gala-Vorstellung - aber hinterher wollte Basketball-Supertalent Satou Sabally überhaupt nicht über das bisher beste Spiel ihrer Karriere reden. "Ich werde keine Fragen beantworten", sagte die Berlinerin, sichtlich aufgewühlt wegen der sieben Schüsse in den Rücken von Jacob Blake. Und Doc Rivers, Trainer des NBA-Titelanwärters Los Angeles Clippers, versuchte mit einer emotionalen Rede gegen Rassismus das Land aufzurütteln: "Wir werden getötet."

NBA
"Boom shakaLUKA": Unfassbarer Doncic erledigt Clippers mit Buzzer-Beater in der Overtime
24/08/2020 AM 07:57

Der nächste Fall von Polizeigewalt gegen einen Schwarzen sorgt im US-Sport weiter für Empörung und Entsetzen. "Es passieren viele Dinge in dem Land, und wir müssen den Fokus darauf legen", sagte die deutsche Nationalspielerin Sabally von den Dallas Wings.

Nachdem Jacob Blake, 29 Jahre alt, schwarze Haut, am Wochenende bei einer Polizeikontrolle von hinten niedergeschossen wurde, will auch Rivers nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Und warf US-Präsident Donald Trump vor, Hass und Rassismus im Land zu sähen.

NBA-Play-offs: Toronto Raptors drohen mit Boykott

Trump und seine Partei sprächen ständig über Angst, aber "wir werden getötet. Wir werden erschossen", sagte Rivers, dessen Vater selber Polizist war: "Es ist erstaunlich für mich, warum wir dieses Land weiterhin lieben und dieses Land diese Liebe nicht erwidert. Es ist wirklich so traurig."

Während die Republikaner und Trump ihren Parteitag inszenieren und Blake mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegt, flammen im ganzen Land die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus wieder auf. Der Sport bildet da keine Ausnahme.

Die Football-Profis der Detroit Lions aus der NFL sagten ihr Training ab und versammelten sich stattdessen um eine Tafel mit der Aufschriften "Wir werden nicht schweigen" und "Die Welt kann nicht einfach weitermachen". Und der amtierende NBA-Champion Toronto Raptors denkt öffentlich darüber nach, das erste Play-off-Viertelfinalspiel gegen die Boston Celtics zu boykottieren.

Spotify oder Apple Podcast? Höre alle Folgen "Extra Time" auf der Plattform deines Vertrauens

LeBron James: "Wir Schwarze haben Angst in den USA"

NBA-Superstar LeBron James sprach aus, was viele Sportler denken. "Wir Schwarze haben Angst in den USA. Schwarze Männer, schwarze Frauen, schwarze Kinder, wir haben Angst - denn man weiß nie", sagte der 35-Jährige, den die Video-Aufnahmen von der Festnahme wie so viele andere verstört haben - schließlich saßen im Auto die drei Söhne von Blake.

"Wenn Sie hier sitzen und mir sagen, dass es keine Möglichkeit gab, diesen Herren (Jacob Blake, d. Red.) zu überwältigen oder ihn kurz vor dem Abfeuern der Waffen festzunehmen, dann sitzen Sie hier und lügen nicht nur mich an, sondern jeden Afroamerikaner und jeden Schwarzen", sagte James.

"Welcher weiße Vater muss seinem Sohn sagen, er solle vorsichtig sein, wenn er von der Polizei angehalten wird?", fragte Rivers noch: "Wir bitten nur darum, die Verfassung zu respektieren. Das ist alles, was wir verlangen - für alle."

(SID)

Das könnte Dich auch interessieren: Die NBA-Playoffs live im TV und im Livestream

Jordan, James, Bryant, Nowitzki - die besten Szenen der NBA-Stars bei Olympia

NBA
Wilder Playoff-Start für Dallas: Nowitzki sauer auf die Schiedsrichter
18/08/2020 AM 13:39
NBA
Schuhe von "Air" Jordan für Rekordsumme versteigert
14/08/2020 AM 13:52