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Peinliche Pleite: Deutschland steht vor WM-Aus

Peinliche Pleite: Deutschland steht vor WM-Aus
Von Eurosport

03/09/2019 um 12:50Aktualisiert 03/09/2019 um 13:23

Die deutschen Basketballer stehen bei der WM in China nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel vor dem Aus. Das Team um NBA-Profi Dennis Schröder verlor gegen die Dominikanische Republik überraschend mit 68:70 (39:37) und hat nur noch theoretische Chancen auf die Teilnahme an der zweiten Gruppenphase. Zum Auftakt hatte Deutschland bereits gegen Frankreich verloren (74:78).

Dennis Schröder schlich entsetzt mit gesenktem Kopf in den Kabinengang, Daniel Theis vergrub sein Gesicht im Trikot, und Bundestrainer Henrik Rödl suchte verzweifelt nach Erklärungen. 68:70 (39:37)! Gegen den Außenseiter Dominikanische Republik! Was für ein Schock, was für eine Blamage. Die hochambitionierten, so talentierten deutschen Basketballer stehen nach der zweiten Pleite im zweiten Spiel der Weltmeisterschaft in China vor dem K.o. Auch Olympia ist in größter Gefahr.

Bangen um Tokio 2020

Durch den unerklärlichen Aussetzer geht es nach der Vorrunde mit ziemlicher Sicherheit in der Platzierungsrunde um die Positionen 17 bis 32 weiter. Schlägt Frankreich am Dienstag im zweiten Spiel in Shenzhen wie erwartet Jordanien, ist das Scheitern perfekt. In diesem Fall muss der Deutsche Basketball Bund (DBB), der zum Auftakt eine 74:78-Niederlage gegen die Franzose kassierte, ernsthaft um Tokio 2020 bangen.

Erstmals verlor eine deutsche Auswahl ihre ersten zwei Spiele bei einer WM. "Das war ein schwerer Gegner. Ich finde, dass wir weit unter unseren Möglichkeiten bleiben", sagte Rödl:

"Das ist natürlich jetzt in dem Augenblick sehr enttäuschend. Wir haben versucht, alles zu geben. Die Spieler waren sicher alle mit ganzem Herzen dabei und sind sicher enttäuscht."

Auch, weil der Traum von Tokio 2020 nun zu platzen droht.

Deutschland mit neuem Negativrekord

In China werden sieben Direkttickets für Olympia vergeben, diese sind nicht mehr zu erreichen. 16 weitere Teams schaffen es zu einem Qualifikationsturnier, ein solches Ticket war das Minimalziel. Reicht es auch dafür nicht, muss der DBB hoffen, als eines von zwei europäischen Teams per Nominierung zu einem der vier Quali-Turniere zugelassen zu werden.

Bester DBB-Werfer im spärlich gefüllten Shenzhen Bay Sports Center war NBA-Star Schröder mit 20 Punkten, Theis kam auf 12 Zähler.

"Es ist ein Must-Win in dieser Situation. Es gilt, sehr aufmerksam zu sein", hatte Rödl vor dem wegweisenden Spiel gesagt. Trotz des ernüchternden ersten Viertels gegen die Franzosen, in dem eine deutsche Mannschaft erstmals in der WM-Geschichte nur vier Punkte verbuchte, vertraute Rödl gegen den Weltranglisten-18. der Startformation vom Auftaktspiel. An der Seite von Schröder begannen wieder Ismet Akpinar, Paul Zipser, Maxi Kleber und Theis. Es holperte wie im ersten Spiel.

Zu viele Fehler und ohne Überzeugung

Der Start war erneut enorm durchwachsen, nach nicht einmal zwei Minuten stand es 0:8. Theis erzielte dann per Korbleger die ersten Punkte gegen die sehr physisch agierenden Spieler des Karibikstaats. Der gegen Frankreich noch enttäuschende Profi der Boston Celtics war in dieser Phase die erste Option des DBB-Teams, Schröder sorgte mit einem Drei-Punkte-Spiel zum 13:12 für die erste Führung (3.). Doch die Unsicherheit blieb.

Der Kontrahent um Trainer Nestor Garcia, der bei der WM ohne seine NBA-All-Stars Karl-Anthony Towns (Minnesota Timberwolves) und Al Horford (Philadelphia 76ers) auskommen muss, bereitete der deutschen Mannschaft trotz einer miserablen Dreierquote größte Probleme. Gerade unter den Körben agierte Rödls Team schwach. Der Bundestrainer, der zeitweise immer wieder nervös zum Statistikwürfel hochschaute, hatte weiteren Grund zur Sorge: Schröder musste im zweiten Viertel neben der Bank liegend am Rücken behandelt werden.

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In der zweiten Halbzeit musste ein anderes Gesicht her, doch die Struktur fehlte weiter völlig. Die deutsche Mannschaft leistete sich viel zu viele Fehler und spielte ohne echte Überzeugung. Reihenweise verfehlten offene Würfe ihr Ziel, dagegen kam der Gegner immer wieder zu einfachen Punkten. Beim Stand von 52:55 ging es in den Schlussabschnitt, auch eine Auszeit Rödls kurz vor der Sirene brachte nichts mehr. Der letzte Dreierversuch von Danilo Barthel verfehlte sein Ziel. Wenig später war das Desaster perfekt.

(SID)

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