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Basketball-Blamage: Den Kickern wird alles verziehen...

Basketball-Blamage: Den Kickern wird alles verziehen...

04/09/2019 um 12:04Aktualisiert 04/09/2019 um 12:15

Handball, Basketball, Volleyball und Co. haben im Kampf um Aufmerksamkeit keinen leichten Stand. Denn König Fußball lässt sich nicht bezwingen. Die deutschen Basketballer haben gerade in China die zweite WM-Runde verpasst. Die Fans sind enttäuscht, die Sponsoren zurückhaltend, die Medien ablehnend. Scheitern die deutschen Fußballer bei der WM oder in der Nations League, sieht's ganz anders aus.

Trainingsauftakt der deutschen Fußballnationalmannschaft vor weiteren Qualifikationsspielen, die zur Teilnahme an der Europameisterschaft führen sollen. Also: Noch geht es nur darum, überhaupt mitmachen zu dürfen nächstes Jahr. TV-Kameras umlagern die Spieler, Pressekonferenzen sind ausgebucht. Jeder Satz eines Spielers oder gar des Bundestrainers bekommt nationale Bedeutung.

Verbandsfunktionäre anderer Ballsportarten können die Kickerszene da nur mit neiderfüllten Blicken verfolgen. Sie kämpfen gegen die Übermacht der Fußballer. Und sie tun viel dafür. Sehr viel sogar.

König Fußball lässt sich nicht bezwingen

Die Volleyballer zum Beispiel tragen ihre Pokalfinals in Halle in Westfalen aus. Immerhin kommen 10.000 Zuschauer. Ein Highlight, das freilich nur ein Wimpernschlag ist im Ablauf des Jahres. Die Handballer spielen und spielen und spielen. So oft, dass die Akteure vermutlich manchmal gar nicht mehr wissen, wo sie sich gerade befinden. Und die Basketballer versuchen Qualität in ihre Teams zu bringen und haben den FC Bayern und Brose Bamberg. Die Franken spielen sogar Champions League.

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Der kurzeitige Rausch der Glückshormone würde mit einem Mal brutaler Ernüchterung weichen. Wieder keine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, von den Medien in die Spalte Kurzmeldungen abgerutscht.

Basketball-WM nur laues Lüftchen

Die Basketballer können ein Lied davon singen. Sie sind mit dem vielleicht talentiertesten Team seit Jahren zu Weltmeisterschaft nach China gereist. Basketball: Das war in den letzten zehn Jahren vor allem Dirk Nowitzki.

Basketball bleibt Randsportart

Wen, das wissen alle, die sich um das Wohlergehen dieser Sportart kümmern, interessiert ein 17. Platz, wenn es dieser überhaupt wird, was angesichts der müden Vorstellung bislang auch noch nicht sicher ist. Niemand. Die Fans sind enttäuscht, die Sponsoren zurückhaltend, die Medien ablehnend. Super-Gau sagt man da gerne. Genau das waren die Niederlagen gegen Frankreich und die Dominikanische Republik. Ein Rückschlag, der dem deutschen Basketball einen ungeheuren Imageschaden auf längere Sicht bescheren kann. Die Aufbauarbeit vieler Jahre ist auf einen Schlag zunichte gemacht wurde.

Die Randsportart Basketball ist noch weiter an den Rand gedrängt worden. Fast schon an den Abgrund.

Schmerzen unter dem Korb

Dass dies ungerecht ist, daran besteht kein Zweifel. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann aus der eben gegründeten Nations League gleich mal absteigen, bei der Weltmeisterschaft mit Pauken und Trompeten auch in der Vorrunde ausscheiden: Ist alles letztlich nicht so tragisch. Den Kickern wird alles verziehen. Wäre schön, wenn man die Niederlagen der Basketballer in China auch insgesamt weniger dramatisch sehen würde, als dies derzeit der Fall zu sein scheint.

Vor Niederlagen ist im Sport niemand gefeit. Niemand. Und diese Unabwägbarkeit macht auch den Reiz aus. Auch wenn es jetzt unter dem Korb gerade richtig weh tut.

Video - Vorrunden-Aus! So blamierten sich die deutschen Basketballer

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