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"Nie ein Problem, mich zu motivieren": Peiffer noch nicht satt

"Nie ein Problem, mich zu motivieren": Peiffer noch nicht satt
Von SID

14/03/2019 um 15:33Aktualisiert 14/03/2019 um 18:33

Wenn Arnd Peiffer über Biathlon spricht, könnte dies auch in einem Uni-Hörsaal stattfinden. Dann referiert "Professor" Peiffer schon mal gerne über eine Schneefeuchte von 16 Prozent, über Komplexleistungen oder über 90 Prozent Trefferquote. Der 31-Jährige überlässt nichts dem Zufall - und wurde für seine Akribie in Östersund mit dem Titel im Einzel über 20 km belohnt.

Video - "Noch einen, noch einen, Arrrnnnddd!" Hier macht Peiffer den Titel klar

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Peiffer ist eben gerne auf alles vorbereitet - so verwunderte es auch nicht, dass er nach seinem überraschenden Triumph im Klassiker einen "Funfact" selbst lieferte. Die "24", sagte er mit einem Schmunzeln und deutete auf seine Startnummer, "hatte ich auch, als ich das erste Mal Weltmeister geworden bin". Das war 2011 im Sprint von Chanty-Mansijsk gewesen.

Seitdem sind acht Jahre vergangen und Peiffer gehört immer noch zur absoluten Weltspitze. Während ein Martin Fourcade (30), der jahrelang die Szene beherrscht hatte, in Östersund bisher maßlos enttäuscht und in der Kategorie "ferner liefen" landet, unterstreicht der erfahrene DSV-Biathlet vom WSV Clausthal-Zellerfeld einmal mehr seine Klasse und Beständigkeit.

Für Peiffer soll es nicht die letzte Medaille bei diesen Titelkämpfen, seinen achten insgesamt, gewesen sein. Auch mit der Staffel am Samstag und im Massenstart am Sonntag rechnet sich der ausgezeichnete Schütze einiges aus. Doch zunächst einmal wollte er die zwei Tage Pause bis dahin zur Regeneration nutzen, "denn ich habe einen ordentlichen Tonus auf meinen Muskeln", sagte Peiffer. Aber, fügte er an, "ich laufe gerne viele Rennen".

"Habe nie ein Problem mich zu motivieren"

Motivationsprobleme kennt der Routinier, der Ende des vergangenen Jahres Vater geworden war, nicht. Er habe auch nach seinem Sprint-Olympiasieg im vergangenen Jahr diese Fragen, "ob jetzt die Motivation nachlassen würde, überhaupt nicht verstanden. Ich mache diesen Sport gerne, auch wenn man sich manchmal quälen muss - aber in welchem Job macht es schon immer Spaß? Ich habe nie ein Problem, mich zu motivieren."

Dies zeigte Peiffer auch beim Einzelrennen eindrucksvoll, als er den widrigen Bedingungen mit böigem Wind und Schneefall cool getrotzt hatte. Euphorisch wurde der gebürtige Niedersachse nach seinen 20 Schüssen ins Glück aber dennoch nicht - ganz seiner Art entsprechend.

Endlich Sieg im Einzel

Vielmehr war Peiffer, erster deutscher Weltmeister im längsten Biathlon-Rennen seit Sven Fischer vor 20 Jahren, einfach froh, "weil ich jetzt Frieden mit diesem verdammten Einzel geschlossen habe. Es hat häufig ein bisschen was gefehlt. Ich bin froh, dass ich da jetzt auch einen Haken dranmachen kann", sagte er nach seinem Premierensieg im ältesten Rennen der Skijäger trocken.

Drei große Einzel-Medaillen hat Peiffer nun in seiner langen Karriere gewonnen, dazu 14 mit den Staffeln. Die Leistung seines Schützlings in Östersund bezeichnete Bundestrainer Mark Kirchner anerkennend als "tadellose Komplexleistung". Worte, die auch von Arnd Peiffer hätten kommen können.

Video - Peiffer läuft zur Gold: Highlights eines makellosen Rennens

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