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Mit Video | Herrmanns perfekter Tag: "Erstmal Mutti anrufen"

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Denise Hermann lors de la poursuite des Mondiaux 2019 à Östersund

Fotocredit: Getty Images

VonSID
10/03/2019 Am 21:45 | Update 10/03/2019 Am 21:45

Nach unzähligen "Kuschelattacken" und einem schier endlosen Interview-Marathon hatte Denise Herrmann nur noch eine Sorge. "Jetzt muss ich erstmal die Mutti anrufen", sagte die neue Biathlon-Königin mit breitem Grinsen, "sonst sind die daheim noch besoffen." Grund für eine rauschende und feuchtfröhliche Party war ihr Sensations-Gold im Verfolgungsrennen der WM in Östersund allemal.

Denn Herrmann hatte an diesem historischen Tag den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert, dabei keine Geringere als die Überfliegerin der vergangenen Jahre entthront. Dass Laura Dahlmeier mit Bronze ihren WM-Rekord ausbaute, war deshalb nur eine schöne Randnotiz.

"Es ist unglaublich, das ist ein perfekter Tag", schwärmte Herrmann nach dem souveränen Erfolg über 10 km:

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"Mit Maß herangehen": Dahlmeier hält sich Einzelstart offen

10/03/2019 AM 15:00
Zwei Deutsche auf dem Podium, das ist verrückt und gibt uns Rückenwind für die zweite Woche.

Vor allem aber ihr selbst.

Knapp drei Jahre nach dem Umstieg von den Langläufern zu den Biathleten ist die 30-Jährige dort angekommen, wo sie seit jeher hinwollte: ganz oben. "Ich bin verdammt stolz auf das, was passiert ist", sagte Herrmann, die vor zwei Jahren in Östersund ihre ersten beiden von nun vier Weltcup-Erfolgen eingefahren hatte:

Das ist wirklich der Place to be! Ich liebe diesen Ort.

Bewundernswert war vor allem die Art und Weise, wie die abgezockte Herrmann zur ersten Goldmedaille des Deutschen Skiverbandes (DSV) in Mittelschweden stürmte. Die mitunter schwächelnde Schützin trotzte am Schießstand böigem Wind und einem zwischenzeitlichen Schneechaos, in der Loipe konnte ihr wie so oft in diesem Winter niemand das Wasser reichen.

Hermann im Stile Dahlmeiers

Die Vorstellung erinnerte an die besten Zeiten der siebenmaligen Weltmeisterin Dahlmeier, die sich erst im Schlussspurt der Norwegerin Tiril Eckhoff geschlagen geben musste und mit Bronze im 13. WM-Rennen in Serie Edelmetall abgriff. Das hatte vor der 25 Jahre alten Überfliegerin, die sich mit den Folgen einer Erkältung herumplagt, noch niemand geschafft.

"Zwischendrin habe ich nicht geglaubt, dass es für das Podest reicht. Beim Laufen war es schon ziemlich zäh", sagte die Doppel-Olympiasiegerin, die einen Start am Dienstag im Einzel über 15 km offen ließ und sich über den ultimativen Triumph ihrer Teamkollegin freute: "Das ist extrem stark. Denise hat sich das verdient, sie hat hart dafür gearbeitet." Auch Erik Lesser lobte: "Sie kann sich auf die Schulter klopfen. Ich hoffe, sie trinkt ein Gläschen Wein, Sekt oder Bier."

Für den Erfolg am Sonntag, der den Silberlauf zum WM-Auftakt mit der Mixed-Staffel noch einmal toppte, war Arbeit allein freilich nicht ausreichend. Konzentration, Patzer der Konkurrentinnen, schnelle Ski und nicht zuletzt etwas Magie verhalfen Herrmann zum Gold-Coup. "Manchmal ist es ja so, dass man an einem bestimmten Ort spürt, dass einfach alles passt und besondere Kräfte freigesetzt werden", sagte sie.

Deshalb geht Herrmann voller Zuversicht in die zweite WM-Woche, in der sie vor allem mit der Staffel und im Massenstart weitere Medaillenchancen besitzt. Sollte es dort erneut Edelmetall geben, dürfte das Telefon in der Heimat nicht mehr stillstehen - Mutti Jeanette ist seit Sonntag jedenfalls vorgewarnt.

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