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Plakettenpflicht für Herrmann, Doll und Co.: "Fünf bis sechs Medaillen"

Plakettenpflicht für Herrmann, Doll und Co.: "Fünf bis sechs Medaillen"
Von Eurosport

10/02/2020 um 14:20Aktualisiert 10/02/2020 um 14:23

Eine Medaillenvorgabe des Verbandes? "Die kenne ich nicht", behauptete Bundestrainer Mark Kirchner vor dem Start der Biathlon-WM in Antholz. Doch wenn der Saisonhöhepunkt in Südtirol am Donnerstag (14.45 Uhr live bei Eurosport) mit der Mixed-Staffel beginnt, ist der Druck auf das deutsche Team um Denise Herrmann, Benedikt Doll und Arnd Peiffer wie immer groß, und es herrscht Plakettenpflicht.

Auch Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter der Biathleten, wollte trotz einiger Probleme in diesem Winter den Podestanspruch für die Titelkämpfe (13. bis 23. Februar) nicht revidieren. Er betonte:

"Ich habe ja nicht gesagt, dass wir dort acht Medaillen holen. Aber unser Anspruch ist es natürlich, Medaillen zu holen. Wir haben zwei Frauen und einige Männer, die dazu in der Lage sind."

Zwölfmal bietet sich die Chance auf Edelmetall - und auch Kirchner legte die Messlatte schon einmal bewusst hoch. "Wenn wir mit fünf bis sechs Medaillen nach Hause fahren, können wir mehr als zufrieden sein", sagte er vor dem WM-Auftakt bei "sportschau.de".

Vor allem in den Teamwettkämpfen sieht er die besten Möglichkeiten - genauso wie Herrmann. Da wisse sie, "dass wir eine starke Mannschaft haben und immer um das Podium mitlaufen können", betonte die 31 Jahre alte Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019 im "SID"-Gespräch.

Herrmann und Doll mit den größten Chancen

In den Einzelrennen besitzt neben Herrmann, die bei der Generalprobe in Pokljuka über 15 km triumphierte, vor allem Doll die größten Chancen. Schon dreimal inklusive seines Sprinterfolgs in Le Grand Bornand stand der 29-Jährige in dieser Saison auf dem Podest. Dazu kamen ein zweiter Platz von Peiffer und einmal Rang drei von Johannes Kühn.

Dass gerade bei den Männern in Johannes Thingnes Bö und Martin Fourcade zwei Athleten alles überragen, stört Kirchner nicht. "Wir haben keine Angst vor großen Namen. Bestes Beispiel ist der Benni, der in Pokljuka im Massenstart mit Johannes Thingnes Bö und Martin Fourcade die beiden erfolgreichsten schlagen konnte. Wenn man das als Sinnbild und Motivation mitnimmt, müssen wir uns vor niemandem verstecken", betonte er.

Auch Eisenbichler sieht das Team gut gerüstet:

"Wir haben uns seit Dezember entwickelt. Das heißt nicht, dass alles gut ist, aber wir marschieren in die richtige Richtung."

Einzelrennen definitv ohne Lesser

Für den lange formschwachen Ex-Weltmeister Lesser sind laut Kirchner aber nur Einsätze in der Single-Mixed- und der Männer-Staffel möglich, die am 20. und 22. Februar stattfinden. "Im Einzel kommt er nicht zum Einsatz, da haben die anderen fünf bessere Leistungen gezeigt", sagte der Bundestrainer.

Hettich und Horchler dürfen dagegen auch auf Einzelstarts hoffen. Für beide musste der Verband die WM-Kriterien aufweichen, um überhaupt eine Staffel stellen zu können.

Das deutsche Aufgebot für die WM in Antholz:

Frauen: Denise Herrmann (WSV Erzgebirge Oberwiesenthal), Janina Hettich (SC Schönwald), Vanessa Hinz (SC Schliersee), Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld), Franziska Preuß (SC Haag)

Männer: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Philipp Horn (SV Eintracht Frankenhain), Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain), Philipp Nawrath (SK Nesselwang), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld)

(SID)

Video - Podest im Mixed: DSV-Staffel überrascht in Pokljuka

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