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DSV reagiert entsetzt auf Razzien: "Nicht gut für den Sport"

DSV nach Razzien bei IBU entsetzt: "Wäre Schlag ins Gesicht"
Von SID

12/04/2018 um 09:59Aktualisiert 12/04/2018 um 10:22

Der Deutsche Skiverband hat entsetzt auf die beiden Razzien am Dienstag in Österreich und Norwegen reagiert und die Vorgänge als "nicht gut für den Sport im Allgemeinen und den Biathlon im Speziellen" bezeichnet. "Sollten sich die Verdächtigungen erhärten und bestätigen, wäre das ein Schlag in das Gesicht des gesamten organisierten Sports", teilte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem SID mit.

Am Dienstag hatten österreichische Ermittler die Zentrale des Biathlon-Weltverbands IBU durchsucht und ihr Augenmerk dabei auf Präsident Anders Besseberg und die deutsche Generalsekretärin Nicole Resch gelegt.

In Norwegen wurde zudem der Wohnsitz Bessebergs durchsucht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bestätigte dem SID, dass beide Razzien in Zusammenhang stünden und es dabei um Doping gehe.

"Wir gehen davon aus, dass solche Razzien nicht grundlos und ohne Indizien erfolgen,"

sagte Schwarzbach. Der DSV sei "überrascht von den Vorfällen, da wir weder vorab informiert worden sind, noch Informationen besaßen, die eine Entwicklung in diese Richtung angedeutet hätten." Mit der IBU stehe der DSV derzeit nicht in Kontakt.

Schwere Anschuldigungen erhebt der russische Whistleblower Grigori Rodtschenkow gegen die IBU. Der frühere Leiter des Anti-Doping-Labors in Moskau sowie ein nicht namentlich genannter Informant behaupten nach einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Monde", die sich sich auf einen Untersuchungsbericht der WADA bezieht, dass die IBU gegen Bestechungsgelder gedopte russische Sportler geschützt habe.

Besseberg (72), der sein Amt ebenso wie Resch (42) ruhen lässt, reagierte gelassen auf die Vorwürfe. "Ich habe nichts zu verbergen", sagte er dem norwegischen Fernsehen "NRK".

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