In den Bergen ist Laura Dahlmeier in ihrem Element. "Es ist ein bisschen meine Spielwiese, da kenn' ich mich aus, da fühl' ich mich wohl", sagt die zurückgetretene Biathlon-Olympiasiegerin. So wohl, dass sie sogar kurz in den Wettkampfmodus zurückkehrt - wenngleich Druck und Ambitionen nicht mit früher zu vergleichen sind.

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Am Samstag gibt Dahlmeier in Argentinien ihr Debüt bei der Langstrecken-WM im Berglauf. Nahe der Grenze zu Chile, am südlichen Ende der Anden gelegen, müssen die 26-Jährige und ihre Konkurrenten rund um Villa La Angostura insgesamt 41,5 km zurücklegen, über 2000 Meter Höhenunterschied werden dabei bewältigt. Zahlen, denen sie sich selbst auf der härtesten Biathlon-Strecke nicht stellen musste.

Dahlmeier ausgezeichnet: "Legende des Sports"

Doch warum tut sich Dahlmeier diese Tortur an? "Ich hatte einfach Lust, mich zu bewegen. Ich habe bei uns zu Hause ein paar Wettkämpfe gemacht, und es ist erstaunlich gut gegangen", sagte Dahlmeier zuletzt beim Sportpresseball in Frankfurt. Bei der Gala-Veranstaltung wurde sie gemeinsam mit Magdalena Neuner als "Legende des Sports" ausgezeichnet.

"Es ist schon sehr beeindruckend. Ich bin 26, Legende des Sports ist eine wahnsinnige Auszeichnung, damit hätte ich nie gerechnet", sagte Dahlmeier. Möglich wurde diese Ehrung auch deshalb, weil die Doppel-Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens das Gewehr in die Ecke gestellt hat.

Sie erläutert die Beweggründe:

Ich habe mir schon die Frage gestellt: Bin ich zu 100 Prozent motiviert, stehe ich zu 100 Prozent hinter dem Sport? Und die Frage habe ich nicht klar mit ja beantworten können. Da muss man dann auch so konsequent sein und den Schlussstrich ziehen

Aus Spaß an der Freude

Keine Zwänge mehr, kein Erwartungsdruck, stattdessen ein selbstbestimmtes Leben: "Am schönsten war, mich vom Anti-Doping-System abzumelden und nicht den ganzen Tag anzugeben, wo ich bin oder was ich mache." Auf dem Programm standen Klettern, Radfahren - und eben Berglaufen.

Gleich bei ihren ersten Wettkämpfen trumpfte Dahlmeier groß auf, den Zugspitz Basetrail XL über 38,7 km von Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen gewann sie. Aber alles nur aus Spaß an der Freude, wie sie versichert.

Der Erfolg ist zweitrangig

"Ich bin dann eher zufällig nominiert worden. Es ist schon eine große Auszeichnung, als Wintersportlerin für eine Sommer-WM nominiert zu werden. Da habe ich nicht lange gezögert und sofort gesagt: Da mache ich mit", berichtete sie. Offiziell gehört der Berglauf zur Leichtathletik, die Nominierung erfolgte daher durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Das Ergebnis steht in Argentinien an zweiter Stelle - wenn überhaupt. "Ich mache die Berglauf-Wettkämpfe rein für mich, es ist nicht so wichtig, was dabei rauskommt", stellte Dahlmeier klar. Einzig der Spaßfaktor darf auf ihrer neuen Spielwiese nicht zu kurz kommen.

(SID)

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