Nach der Siegerehrung tanzten und sangen Franziska Preuß, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Janina Hettich im Zielraum ausgelassen. Knapp zwei Jahre hatten die deutschen Biathletinnen auf diesen Glücksmoment, auf diese Explosion der Gefühle warten müssen - nun gelang ausgerechnet beim Heim-Weltcup in Oberhof der lange ersehnte Erfolg in der Staffel über 4x6 km.
"Es ist mega geil. Es tut für die ganze Mannschaft so gut. Das saugt jeder auf. Ich fühle mich mega erleichtert, ich bin einfach nur froh", sagte Preuß überglücklich, nachdem sie mit ihren Kolleginnen ausgelassen unzählige Siegerfotos geschossen hatte. "Wir waren voll motiviert. Das war eine extrem gute Teamleistung", ergänzte Herrmann strahlend: "Da fällt ein Stein vom Herzen."
Das DSV-Quartett (0 Strafrunden + 5 Nachlader) lag in 1:14:31,5 Stunden 17,4 Sekunden vor dem überraschend starken Team aus Belarus (0+9) und 35,7 Sekunden vor Schweden (0+5). Der erste Saisonerfolg der DSV-Frauen war Genugtuung nach den oft enttäuschenden Ergebnissen der letzten Wochen.
Oberhof
Zwei weitere Coronafälle beim Biathlon-Weltcup in Oberhof
16/01/2021 AM 12:19
"Da fällt schon sehr vieles ab", betonte DSV-Trainer Florian Steirer erleichtert: "Der Sieg ist Balsam für die Seele." Hinz fand den Triumph ebenfalls "verdammt wichtig. Früher war das fast normal, dass wir auf dem Podium stehen. Mittlerweile ist es eine richtige Ehre, weil alle anderen so stark geworden sind."

Preuß: "Wollte es nicht ganz so spannend machen"

Den letzten deutschen Staffel-Erfolg bei den Frauen hatte es am 8. Februar 2019 in Canmore in der Besetzung Hinz, Herrmann, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier gegeben.
Seitdem wurden die DSV-Frauen zwar Vize-Weltmeister in Antholz 2020 und in dieser Saison in Kontiolahti auch schon Dritte - aber für ganz oben reichte es eben nicht. Bis zum Samstag.
Es habe "alles gepasst", sagte Hinz, die auf Position drei an Hettich übergeben hatte. Die leistete sich stehend drei Nachlader. "Ich wollte es nicht ganz so spannend machen. Es hat zum Glück funktioniert", sagte Hettich.
Herrmann lief schließlich von Platz fünf auf zwei vor, ehe Preuß mit einer tadellosen Schießleistung den ersten Staffelsieg in Oberhof seit 2008 perfekt machte. "Ich habe mir gestern noch den einen oder anderen Tipp geholt, ich hab ja einen heißen Draht zu einem super Schlussläufer", scherzte Preuß mit Blick auf ihren Freund Simon Schempp, der jahrelang Schlussläufer der deutschen Herrenstaffel war.
Am Sonntag peilen die deutschen Athleten bei den Massenstarts einen erneuten Coup an. Bei den Männern (12.30 Uhr) sind Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser ("Das wird richtig hart") für die 15 km qualifiziert. Für das deutsche Frauenteam gehen Preuß, Herrmann, Hettich und Maren Hammerschmidt (15 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) über 12,5 km an den Start.
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