Aus Sicht von Schempp, der mit der deutschen Biathletin Franziska Preuß liiert ist, wurde der Zeitpunkt verpasst, zu dem man Olympische Spiele in Peking hätte verhindern können. "Warum wird so etwas nicht vor der Vergabe kritisiert und warum beschäftigt man sich erst dann mit dem Thema, wenn es im Endeffekt zu spät ist?", monierte der 33-Jährige.
Er gehe "nicht davon aus, dass es zu einem Boykott kommen wird". Grund seien die vielen "unterschiedlichen Interessen" rund um das Großevent der fünf Ringe.
Die Winterspiele blieben zudem der Traum aller Athletinnen und Athleten. "Aus Sportlersicht ist Olympia einfach das absolute Highlight, auf das man unter Umständen sein ganzes Leben ausrichtet", so Schempp, der 2014 aus Sotschi und 2018 aus Pyeongchang insgesamt zwei Silber- und eine Bronzemedaille mitbrachte.
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Für die Aktiven sei die Auseinandersetzung mit den Umständen in China und die Konzentration auf den Sport eine Gratwanderung.

Schempp: "Leben als aktiver Sportler vermisse ich nicht"

"Die Diskussionen sind Nebenbaustellen, mit denen man sich als Sportler in der jetzigen Phase nicht wirklich beschäftigen kann, wenn man erfolgreich sein will. Das heißt nicht, dass man sich keine Gedanken machen sollte und keine Meinung haben darf. Aber ich finde, es ist nicht die primäre Aufgabe der Sportler."
Schempp, der derzeit beim Deutschen Skiverband (DSV) ein duales Studium macht, ist nicht gerade traurig darüber, dass er im Biathlon-Zirkus nicht mehr mitmischt.
"Ich fiebere natürlich noch immer mit Herz und Leidenschaft mit. Aber das Leben als aktiver Sportler vermisse ich gar nicht", so der 33-Jährige.
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