Mit einem breiten Lächeln hinter dem blauen Mund-Nasen-Schutz verabschiedete sich Arnd Peiffer in die kurze Weihnachtspause. "Es war einfach schön, dass wir die Hochfilzen-Wochen mit einem Erfolgserlebnis abschließen konnten", freute sich der Olympiasieger nach dem überraschenden Massenstart-Sieg in der österreichischen Biathlon-Hochburg.

Peiffers Coup löste in der gesamten deutschen Mannschaft eine vorweihnachtliche Euphorie aus. "GEIL MAN! Das macht Freude", schrieb Benedikt Doll, der als Vierter nur knapp das Podest verpasst hatte, auf Instagram unter das Siegerfoto mit Peiffer.

Hochfilzen
Peiffer jubelt im Massenstart: "Nicht unbedingt daran geglaubt"
20/12/2020 AM 11:38

Der erste Saisonsieg des Weltcup-Winters war nach den zuletzt schwierigen Rennen ohne absolutes Spitzenergebnis wie ein Befreiungsschlag. Erst am Freitag hatte es im Sprint ein Debakel mit dem schlechtesten Resultat seit fast acht Jahren gegeben - Peiffer landete als bester DSV-Athlet auf Platz 22.

Nur zwei Tage später gelang der Turnaround, auch dank der guten Skier. "Wir haben gesehen, dass wir auch vom Material konkurrenzfähig waren", sagte Peiffer in der "ARD", das freue ihn ganz besonders "für die Techniker, die auch das Erfolgserlebnis hatten, das sie sich verdient haben".

Doll glätten Wogen nach Kritik

Auch Doll lobte das Team hinter dem Team. Mit "solchen Latten" mache das richtig Spaß, schrieb er. Vor einer Woche klang das noch anders, da hatte er mit einer Generalkritik für Aufsehen gesorgt. Er fühle sich "wehrlos", das grenze an "Körperverletzung", war der sonst so positiv eingestellte Sprintweltmeister von 2017 erzürnt.

Alles vergessen! "Was für ein Comeback unserer Mannschaft", fügte Doll hinzu, der wie seine Kollegen nun ein wenig bei der Familie abschalten und "ein paar ruhige Tage daheim genießen" kann.

Ein kleines Comeback gelang auch Denise Herrmann, die in Hochfilzen eine läuferische Renaissance erlebte. An ihrem 32. Geburtstag beschenkte sie sich mit einem fünften Platz im Massenstart, nachdem sie zuvor noch mit dem Rücken zur Wand gestanden hatte.

Herrmann: Heim-Weltcup in Oberhof fest im Blick

"Anscheinend bin ich dieses Jahr fünf Prozent schlechter geworden", hatte die Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019 nach dem enttäuschenden 23. Rang im Sprint etwas ratlos gesagt. Doch dann lief es plötzlich wieder in der Loipe, auch dank der "richtig guten Latten am Fuß" schaffte sie in der reinen Laufleistung wieder Plätze unter den Top drei.

Nun heißt es "mal durchpusten" und "alles ein paar Tage Revue passieren lassen", sagte Herrmann. Dann will sie mit "Optimismus und Motivation" in die Vorbereitung auf den doppelten Heim-Weltcup in Oberhof (8. bis 10. sowie 13. bis 17. Januar) starten.

Es ist der erste Saisonhöhepunkt im neuen Jahr, ehe es kurz darauf zur WM nach Pokljuka/Slowenien (10. bis 21. Februar) geht. Aber erstmal heißt es, die Weihnachtsfeiertage zu genießen, denn "die Weltmeisterschaften sind noch relativ weit weg", betonte Peiffer.

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(SID)

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