Für kurze Zeit durfte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) sogar auf den ersten Sieg seit knapp einem Jahr hoffen.
Die an Position drei laufende Hinz war als Führende an den Stehendanschlag gekommen, dann versagten der zweimaligen Staffel-Weltmeisterin die Nerven: Nach einer katastrophalen Einlage musste Hinz gleich zweimal in die Strafrunde. Die fehlerfreie Schlussläuferin Herrmann konnte den Rückstand auf die siegreichen Norwegerinnen (0 Strafrunden/9 Nachlader) nur noch auf 31,7 Sekunden verkürzen.
"Biathlon kann so schön sein, aber auch so brutal", schrieb Hinz am Freitagabend bei Instagram und versah ihren Post mit den Hashtags #sorrygirls und #sorryfans. "Das tut mir extrem Leid für Vanessa. So ist Biathlon. Keiner schießt absichtlich daneben. Das ist für einen Sportler das Schlimmste", sagte Franziska Preuß nach der verpatzten Staffel-Generalprobe für die WM in Antholz (13. bis 23. Februar) mit trauriger Miene.
Ruhpolding
Doll springt aufs Treppchen - Fourcade erneut nicht zu schlagen
16/01/2020 AM 14:48

Dahlmeier macht Unsicherheit aus

Zum dritten Mal im vierten Saison-Rennen über 4x6 km mussten sich Herrmann, Preuß, Hinz und Karolin Horchler mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Vier Wochen vor der WM in Antholz (13. bis 23. Februar) deutete das DSV-Quartett aber an, dass es beim Saisonhöhepunkt in Südtirol im Kampf um eine Medaille durchaus mitreden kann.
"Wir heben uns das für die WM auf. Dann klappen acht von acht Teilen", sagte Herrmann im "ZDF" trotzig und fühlte mit Hinz mit: "Das ist mir auch schon passiert." Die langjährige Biathlon-Königin Laura Dahlmeier machte "Unsicherheit" bei Hinz aus: "Das war eine absolute Drucksituation. Das muss sie besser ausblenden."
Es hatte schon nicht so gut begonnen für das DSV-Team. Horchler war in der ersten Runde einer Kollegin auf den Stock gestiegen und büßte dadurch wertvolle Zeit ein. "Das war ein kleiner Fauxpas in diesem Durcheinander. Aber ich habe das ganz gut ins Ziel gerettet", sagte sie.
Preuß, die über den Jahreswechsel einmal mehr gesundheitliche Probleme hatte, zeigte danach einen weiteren Aufwärtstrend. Mit ihren schnellen und fehlerfreien Schießeinlagen beeindruckte die 25-Jährige aus Haag.
Läuferisch besteht nach der Pause dagegen noch Aufholbedarf. Zudem verlor Preuß rund zehn Sekunden bei einem Sturz, den sie als "saupeinlich" bezeichnete. Dennoch übergab sie als Vierte auf Hinz. Die übernahm nach fehlerfreiem Liegendschießen sogar die Führung. Im Stehendanschlag versagten ihr aber die Nerven.

Nur drei Läuferinnen haben die WM-Norm erfüllt

Es passte ins Bild einer bislang eher durchwachsenen Saison der Frauen. In Herrmann, Hinz und Preuß haben gerade einmal drei DSV-Läuferinnen die WM-Kriterien erfüllt. Dennoch werde es bei den Titelkämpfen "definitiv" eine deutsche Staffel geben, sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler vor dem Rennen am Freitag.
Überhaupt sieht Eisenbichler die Situation bei den Frauen nicht ganz so kritisch. Es sei "nicht alles gut, aber seit Dezember marschieren wir in die richtige Richtung".
Die skandinavischen Weltmeisterinnen sind in diesem Winter weiter das Maß der Dinge, in 1:08:46,4 Stunden feierte Norwegen im vierten Staffelrennen den vierten Sieg. Dahinter folgten Frankreich (0/8/10,7 Sekunden zurück) und die Schweiz (0/4/+20,7).
Am Samstag (14:15 Uhr) wollen die DSV-Männer in ihrem letzten Staffelrennen vor der WM den dritten Podestplatz in Serie holen. Tags darauf beschließen die beiden Verfolger (ab 12:15 Uhr / alle live im TV bei Eurosport) den Weltcup in Ruhpolding, am Donnerstag startet der letzte Weltcup im Vorfeld der WM im slowenischen Pokljuka.
(SID)
Das könnte Dich auch interessieren:Stars nur Zuschauer: Leistung schlägt Namen

Norwegen nicht zu schlagen: Das Finale der Damen-Staffel

Biathlon-WM
Norm außer Reichweite: WM-Teilnahme von Schempp sehr fraglich
15/01/2020 AM 12:35
Biathlon
Preuß blickt bereits auf Peking 2022: "Möchte eine Medaille holen"
23/03/2021 AM 10:48