Der Tag des Abschieds rückt näher, und Gerhard Berger spürt bereits Wehmut. Doch gleichzeitig versuchte der Österreicher, bei der Vorstellung des Programms für 2021 Optimismus zu verbreiten: "GT3 bietet andere Chancen. Vor allem Markenvielfalt, die sich die Fans wünschen."
Im kommenden Jahr wird die DTM also auf das vom Automobilweltverband FIA abgesegnete GT3-Reglement zurückgreifen. Und damit auf ein Regelwerk, das bereits seit 2006 in vielen Rennserien, darunter das ADAC GT Masters, eingesetzt wird. Bergers DTM verliert ihr Alleinstellungsmerkmal, der Schritt war aber alternativlos, weil die Hersteller ihr Programm neu ausrichten wollten und der Serie das Aus drohte.
Das Spukgespenst der abspringenden Hersteller wollte Berger schnell vertreiben, am Freitag bekräftigte er, dass er "viele Anfragen von Teams" erhalten habe. Jedoch könne er Fragen zu "Details noch nicht beantworten" und konkrete Zahlen "gar nicht" nennen.
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Anders als aktuell werden ab 2021 Kundenteams starten, es wird kein Werkssport mehr betrieben. Einige Teams hätten noch keinen geeigneten Fahrer, andere noch nicht das vollständige Budget beisammen, sagte Berger. Sein Plan sei es, Details mit Ende der Nennfrist zu präsentieren. Dem Vernehmen nach wäre Berger mit einer Teilnehmerzahl ab zwölf aufwärts einverstanden.

Viele Zugeständnisse durch Berger

Überhaupt musste Berger einige Zugeständnisse machen. Seine im September präsentierte Zukunftsvision erwies sich jedenfalls als nicht haltbar. Diese sollte auf GT3 basieren, sich aber mit einigen Finessen deutlich abheben. Nach Gesprächen mit Herstellern und Teams wurde jedoch klar, dass dies nicht ohne erhebliche Kosten und Mühen umsetzbar wäre.
Beispielsweise wäre ein stehender Start, wie er in der DTM aktuell praktiziert wird, mit den Kupplungen der GT3-Autos gar nicht möglich. Daher wird künftig "fliegend", also nach einer Einführungsrunde, gestartet.
Um die unterschiedlichen Fahrzeuge etwa auf ein Leistungsniveau zu bringen, wird es eine "Balance of Performance" geben. Eine Regulierung der Autos, die Berger mehrfach aufs Schärfste für die DTM ausgeschlossen hatte.
Zudem werden ab 2021 wieder Zusatzgewichte für die Top Drei eines Rennens eingeführt. Der jeweilige Sieger ist im nächsten Lauf 25 Kilo schwerer, der Zweite 18 und der Dritte 15. Derlei Gewichte gab es bereits in der Vergangenheit, beliebt war die Regel, die die Kräfteverhältnisse ausgleichen soll, nie.
Erstmals soll die "neue" DTM vom 28. bis 30. Mai 2021 in St. Petersburg an den Start gehen, wenn es denn die Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt. Der neue Kalender sieht vier Renn-Wochenenden in Deutschland vor, dazu kommen neben Russland noch Monza (Italien), Zolder (Belgien), Assen (Niederlande) und der Red Bull Ring (Österreich).
Berger bekräftigte, dass er möglichst bei allen Events mit Fans an den Strecken planen möchte. Das Finale steigt Anfang Oktober in Hockenheim.
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(SID)

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