Mercedes sorgt in seiner Abschiedssaison in der DTM weiter für Furore. Der Schotte Paul Di Resta und der Österreicher Lucas Auer sicherten dem erfolgreichsten Hersteller der DTM-Geschichte, der sich zum Saisonende aus der Tourenwagenserie zurückziehen wird, auf dem Hungaroring einen souveränen Doppelsieg.
Hinter dem Spitzenduo folgten der Schweizer Nico Müller und Rene Rast (Minden) im Audi auf den Plätzen drei und vier. Für den Titelverteidiger Rast war es nach dem schlimmen Unfall am Lausitzring, bei dem sein Audi fast komplett zerstört worden war, ein versöhnliches Resultat.

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"Ich bin sehr, sehr glücklich. Das ist unglaublich", sagte Di Resta, der seinen neunten DTM-Sieg ausgelassen feierte: "Es war wieder ein überragender Tag für Mercedes." Teamchef Uli Fritz sprach von einer "ganz starken Mannschaftsleistung" und ergänzte:
Dass wir dies auf eine Strecke geschafft haben, auf der wir in der Vergangenheit nicht unbedingt erfolgreich waren, ist umso wichtiger.

Keine Punkte für Glock

Während Mercedes weiter dominierte und auch auf dem anspruchsvollen Kurs in Ungarn das Tempo vorgab, erlebten der von Platz 16 gestartete Timo Glock (Wersau) und das gesamte BMW-Team eine Enttäuschung und blieben ohne jeden Zähler. Bruno Spengler aus Kanada war als Zwölfter der noch schnellste BMW-Pilot. Glock kam lediglich als 14. ins Ziel und verlor damit auch die Führung in der Meisterschaft an Gary Paffett (Großbritannien), der im Mercedes Sechster wurde und nun sieben Punkte mehr als Glock auf dem Konto hat.
BMW Chef Jens Marquardt schimpfte:
Das war gar nichts und entspricht nicht unseren Ansprüchen. Wir müssen in die Trickkiste greifen und schnell Lösungen finden.

Nächste Chance für BMW am Sonntag

Glock hatte nach seinem verpatzten Qualifying angekündigt, im Rennen "Schadensbegrenzung" betreiben zu wollen. Doch seine Hoffnungen darauf musste er früh begraben. Er absolvierte schon nach der zweiten Runde seinen Pflichtboxenstopp, um anschließend freie Fahrt zu haben. Weil jedoch gleich mehrere Piloten eine ähnliche Strategie wählten, ging Glocks Plan nicht auf - im Gegenteil: Der ehemalige Formel-1-Pilot fand sich in Positionskämpfen wieder und konnte kaum Boden gutmachen.
Vorne spulten Di Resta, Auer und Co. ihre Runden souverän ab. Der Österreicher Auer kam einige Runden vor seinem schottischen Markenkollegen an die Box und übernahm zwischenzeitlich die Führung. Di Resta zog jedoch wenig späte vorbei - Auer ließ seinen Markenkollegen ohne Gegenwehr passieren. Der ehemalige DTM-Pilot und heutige TV-Experte Timo Scheider echauffierte sich:
So etwas wollen wir nicht sehen, das gefällt mir gar nicht. Das war ein No-Go für die DTM.
Di Resta war die Kritik egal - den Sieg ließ er sich nicht mehr nehmen.
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