Der Fürther bekam ungewollte Schützenhilfe von seinem Markenkollegen Timo Glock, der drei Minuten vor Schluss für einen Abbruch sorgte, weil er nach dem Überfahren eines Randsteins keinen Vortrieb mehr hatte und seinen Rowe-BMW auf der Strecke abstellte. "Ich schätze, da ist die Antriebswelle durchgeknallt", zuckte Glock bei "ran.de" mit den Schultern.
Das Qualifying wurde daraufhin von der Rennleitung nicht mehr freigegeben, weil man davon ausging, dass die Bergung länger dauern würde. Zunächst war Wittmann gar nicht bewusst, dass er auf Pole steht. Umso größer war die Freude beim zweimaligen DTM-Champion. "Wir hatten hier nie mit der Pole gerechnet", freute er sich. "Es kommt super überraschend, aber der ganze Dank geht an die Mechaniker."

Warum die Pole für Wittmann "noch süßer" schmeckt

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Die Pole schmecke aber "noch süßer", weil sein Team ein Walkenhorst-Team eine Nachtschicht einlegen musste. "Wir hatten ein paar Beschädigungen vom Rennen gestern. Sie haben also lange bis in die Nacht gearbeitet."
Jetzt peilt er zumindest einen Podestplatz an: "Von P1 zu starten, ist immer gut, vor allem hier in Zolder, wo Überholen sehr schwer ist." Die Strategie werde entscheiden: "Man muss in der richtigen Runde an die Box kommen. Es ist immer schwierig, wenn man Undercut oder Overcut macht. Wir haben gestern gesehen, dass beide Strategien funktionieren. Und als Führender willst du nicht die falsche Entscheidung treffen."

Kräftiges Lebenszeichen von Lucas Auer

Winward-Mercedes-Pilot Auer, der einen verkorksten Samstag erlebte und nur Neunter wurde, gibt mit Platz zwei ein starkes Lebenszeichen. "Ich muss zugeben: Die letzten beiden Rennen waren nicht so einfach für mich", sagte der Österreicher bei "ran.de". "Ich habe auch selber keinen guten Job gemacht. Heute war es besser, auch wenn die Rote Flagge geholfen hat."
Im Rennen will er die Führung rasch an sich reißen: "Ich brauche einen guten Start und werde versuchen, Marco sofort anzugreifen", kündigte der Österreicher an. "Hier schwierig zu überholen, das haben wir gestern gesehen."

Kein Glück für Audi-Piloten

Abt-Audi-Pilot Rockenfeller, der am Samstag Zweiter wurde, rechnet wegen der BoP-Anpassung und dem Erfolgsballast mit einem schwierigen Sonntag: "Sicher ist der Sieg unser Ziel, aber das Auto ist insgesamt 38 Kilo schwerer als gestern."
DTM-Leader und Markenkollege Kelvin van der Linde konnte seine schnelle Runde am Ende nicht mehr fertigfahren und musste mit Platz vier vorliebnehmen. Ihm fehlten am Ende 0,361 Sekunden.
Fünfter wurde GruppeM-Mercedes-Pilot Daniel Juncadella. Doch der Spanier, der sich an der Hand verletzt hat, wird als Auslöser der Startkollision beim Samstagsrennen um zehn Startplätze zurückversetzt.

Müller ärgert sich: "Dieser Scheiß-Poller"

Dadurch rückt Rosberg-Audi-Pilot Nico Müller auf Platz fünf vor, doch auch der Schweizer war gefrustet, weil seine schnellste Rundenzeit gestrichen wurde. Er hatte in der Schikane einen Poller berührt. Mit 1:27.029 hätte er vor van der Linde Startplatz vier geholt.
"Nachdem wirklich alles gegen uns läuft seit ein paar Wochen, habe ich das heute nicht gebraucht", ärgerte sich der Vizemeister bei "ran.de". "Es wäre schön gewesen, einfach mal eine saubere Session zu haben. Dann hast du eine einzige Runde wegen Gelb und Unterbrechung, und dann wird dir die noch gestrichen. Das ist ziemlich bitter."

Klien im McLaren von Startplatz sieben

Bester Ferrari-Pilot war Liam Lawson, der von Startplatz sechs ins Rennen geht. McLaren-Pilot Christian Klien profitierte von der besseren Einstufung seines McLaren und sorgte mit Startplatz sieben, direkt vor HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz, für eine positive Überraschung.
Das gilt auch für T3-Lamborghini-Pilotin Esmee Hawkey, die erstmals schneller als ihr Teamkollege Esteban Muth war und auf Startplatz zehn kam. Eine Enttäuschung setzte es währenddessen für Lausitzring-Sieger und Auer-Teamkollege Philip Ellis, der mit 3,561 Sekunden Rückstand Letzter wurde. Das Rennen wird um 13:30 Uhr gestartet.
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