Eines Nachts lag Luke Prokop frustriert im Bett, löschte zum wiederholten Mal eine Dating-App - und fasste in diesem Moment einen mutigen Entschluss. "Genug ist genug", habe er sich in dieser Nacht im April gesagt, berichtete er in einem "ESPN"-Interview: "Ich akzeptiere mich als schwuler Mann." Er ist damit der erste Eishockey-Spieler eines NHL-Klubs, der das öffentlich tut.
"Ich habe keine Angst mehr, zu zeigen, wer ich bin. Heute bin ich stolz darauf, allen öffentlich zu sagen, dass ich schwul bin", schrieb Prokop am Montag auf Instagram.
Mit der Entscheidung, sich zu outen, könne er "nicht glücklicher sein". Zu lange hatte die Last des Geheimnisses, das nur einige Freunde und Familienmitglieder kannten, auf den Schultern des 19-Jährigen gelastet.
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Das bekam der Kanadier in der vergangenen Saison zu spüren. Bei den Nashville Predators unter Vertrag, lief er für die Calgary Hitmen in der unterklassigen WHL auf. Ständiger Begleiter auf dem Eis: Die Sorgen. Wer könnte es wissen? Was könnte passieren? "Ich glaube, das hat mein Spiel beeinflusst", sagte Prokop im ESPN-Interview: "Wenn ich meinen Kopf ausschalte, spiele ich mein bestes Spiel."

Prokop: Outing mit den Predators abgesprochen

Wie befreit er sich fühlen könnte, wurde ihm nach einem Telefonat im Juni bewusst. Am anderen Ende der Leitung war Brian Poile, Assistent General Manager der Predators. Mit ihm besprach Prokop, dass er sich outen wolle. "Er hat gesagt, dass die Predators zu 1000 Prozent hinter mir stehen. Als ich aufgelegt habe, sind mir einfach die Tränen gekommen", erzählte Prokop.
Die Erleichterung war groß, durch die Unterstützung habe er sich gefühlt, "als ob ich die Welt regieren könnte". Jetzt soll auch nichts mehr zwischen ihm und der nordamerikanischen Profiliga stehen.
"Ich habe seit meiner Kindheit davon geträumt, ein NHL-Spieler zu werden", schrieb Prokop auf Instagram: "Wenn ich mein Leben authentisch lebe und mich nicht mehr verstelle, glaube ich, dass ich meinen Träumen näher komme." Die Unterstützung scheint Prokop, der 2020 in der 3. Runde des NHL-Drafts gewählt wurde, sicher.

Prokop, Bettman und Co. stehen hinter Prokop

NHL-Commissioner Gary Bettman gratulierte ihm zu dem Schritt, die Liga will in Zusammenarbeit mit dem Kanadier 100.000 US-Dollar an LGBTQ+-Organisationen spenden. Die Predators bekundeten ihren Stolz auf Instagram und versicherten: "Ganz Smashville steht hinter dir!" US-Fußball-Star Megan Rapinoe, die mit Basketballerin Sue Bird verlobt ist, schrieb in ihrer Instagram-Story: "Willkommen Luke".
Mit seinem Outing setzte Prokop den nächsten Meilenstein im US-Sport. Im Juni hatte sich Carl Nassib als erster aktiver Football-Profi in der NFL geoutet. Prokop will mit seinem Schritt zeigen, dass "homosexuelle Menschen in der Hockey-Gemeinschaft willkommen sind" und dass die Sportart "für jeden ist", wie er bei Instagram schrieb.
Die nächste Saison wird dabei eine andere, vermutete Prokop bei ESPN: "Ich werde meine Schuhe wie immer schnüren, mein Trikot, meinen Helm, meine Handschuhe wie immer anziehen, aber ich werde endlich atmen können und der Welt mein wahres Ich zeigen."
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(SID)

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