Und doch fand in der Ölmetropole in der Provinz Alberta 1988 Sportgeschichte statt: Nach 80 Jahren wurden letztmals bei Olympischen Spielen die fast durchweg ungeliebten Pflichtfiguren in das Eis geritzt.
Bogenachter und Gegendreier hatten da aber schon längst an Bedeutung verloren. Jahrzehntelang ging die Bewertung des exakten Nachlaufens von Schlingen und Kreisen auf dem Eis zu 60 Prozent in die Gesamtnote ein, in Calgary waren es nur noch 20 Prozent. Zum Glück für Katarina Witt, die so als Pflichtdritte mit dem besten Kurzprogramm und der zweitbesten Kür ihren Olympiasieg von 1984 in Sarajevo doch noch wiederholen konnte.
Zwei Jahre später, ebenfalls in Kanada, ereilte die Pflicht bei den Weltmeisterschaften in Halifax/Nova Scotia das endgültige Aus. Als die letzte Teilnehmerin der Damen-Konkurrenz, Zeljka Cizmesija aus dem damaligen Jugoslawien, vom Eis fuhr, regnete es Blumen auf das Eis. Zum Abschied geworfen von den Trainern, die mit der zeitintensiven Arbeit an den Figuren das meiste Geld verdient und sich lange gegen das Abschaffen der Pflicht gewehrt hatten.
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Von den Aktiven aber weinte niemand mehr der Pflicht eine Träne nach. Der damalige Weltmeister Elvis Stojko aus Kanada formulierte seine "Begeisterung" seinerzeit so: "Die Pflicht zu laufen, ist so spannend wie dabei zuzusehen, wie Farbe trocknet."
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