Aber das von ihr mindestens geduldete Eisenstangenattentat auf ihre Rivalin Nancy Kerrigan ist in die Sportgeschichte eingegangen. Am Donnerstag wird "Eishexe" Tonya Harding 50 Jahre alt.
Ausgangspunkt der beispiellosen Kufen-Saga ist der 6. Januar 1994. Kerrigan wird beim Training zu den US-Meisterschaften in Detroit von einem zunächst Unbekannten mit einer Eisenstange attackiert und am Knie verletzt. "Why me, why me?" - die markerschütternd gekreischte Frage der damals 24-Jährigen ist Breaking News im US-TV, über Stunden hinweg.
Tage später wird der Attentäter Shawn Eckhardt dingfest gemacht. Und gesteht das Ungeheuerliche: Angeheuert habe ihn Jeff Gillooly, damaliger Ehemann von Kerrigan-Rivalin Harding. Die Eiswelt ist entsetzt, der US-Verband sperrt die sportlich qualifizierte Harding für Olympia in Lillehammer.
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Doch die seinerzeit 23-Jährige wehrt sich erfolgreich mit juristischen Mitteln, lässt ihre Anwälte auf die Unschuldsvermutung pochen. Dem Verband drohen immense Schadenersatzforderungen, er gibt klein bei und nimmt die nationale Titelträgerin nach Norwegen mit. Erst 24 Jahre später räumt Harding ein, doch eingeweiht gewesen zu sein: "Ich wusste, dass da etwas lief."
Ironie der Geschichte: Beim olympischen Duell zwischen der "Beauty" Kerrigan und dem "Beast" Harding laufen beide an der Goldmedaille vorbei. Die geht am Oksana Bajul aus der Ukraine, Kerrigan gewinnt Silber, Harding wird nur Achte - und kurze Zeit später lebenslang gesperrt.
Aber auch ohne Kufen arbeitet sie weiter an ihrem Image. Harding verkauft das Video der ersten ihrer bislang drei Hochzeitsnächte an ein Erotik-Magazin, sie boxt, catcht und macht Schlagzeilen durch eine Attacke mit einer Radkappe auf ihren Lebenspartner.
Ein flüchtiges Comeback auf Roten Teppichen als PR für den Hollywood-Film "I, Tonya" an der Seite von Hauptdarstellerin Margot Robbie ist schnell wieder beendet. Jetzt soll Harding irgendwo in den Wäldern von Oregon leben - nicht weit von ihrem Geburtsort Portland entfernt.
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