"Über die bereits bekannten Fakten hinaus wollen die Ermittlungsbeamten herausfinden, ob es noch weitere Opfer gibt, denen Ähnliches passiert ist", teilte Staatsanwalt Remy Heinz in einer Presseerklärung mit.

Die ehemalige französische Paarläuferin Sarah Abitbol hatte in der vergangenen Woche die Untersuchungen mit ihrer Beschuldigung, als Jugendliche von ihrem Ex-Trainer Gilles Beyer sexuell missbraucht worden zu sein, ausgelöst. Der Coach hat dieses Fehlverhalten inzwischen in einer Erklärung zugegeben und die mittlerweile 44 Jahre alte frühere WM-Dritte um Entschuldigung gebeten.

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Neben Gilles Beyer werden auch seine Trainerkollegen Jean-Roland Racle und Michel Lotz von anderen Läuferinnen beschuldigt, sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht zu haben. Die Vorgänge sollen sich zwischen Ende der 1970er und den 1990er Jahren ereignet haben.

Das französische Olympia-Komitee CNOSF sagte den Opfern seine volle Unterstützung zu. "Die Freiheit der Rede, die heutzutage viele Sektoren der Gesellschaft betrifft, muss aufrechterhalten werden, damit die Gerechtigkeit walten kann", heißt es in einer Erklärung des CNOSF. Man werde die "volle Verantwortung im Einklang mit dem Code of Sport wahrnehmen".

Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu hatte im Zuge der Ermittlungen am Montag Eislaufpräsident Didier Gailhaguet zu einer Unterredung einbestellt. Dabei hatte sie laut der französischen Nachrichtenagentur AFP den Verbandschef zum Rücktritt aufgefordert. Gailhaguet steht mit einer zwischenzeitlichen Unterbrechung (2004 bis 2007) seit 1998 an der Spitze des Verbandes.

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