SID

Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot legen Wettkampfpause ein

Savchenko/Massot legen Wettkampfpause ein
Von SID

17/05/2018 um 14:56

Viele Shows, zahlreiche PR-Auftritte, aber mindestens ein Jahr lang keine Wettkämpfe mehr: Nach ihrem Rücktritt light bleibt für die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot ein Hintertürchen zum Wettkampf-Comeback zumindest einen winzigen Spalt geöffnet. Die beiden hatten im Februar in Pyeongchang das erste olympische Paarlauf-Gold für Deutschland seit 1952 gewonnen.

"Wir wollen keine genauen Daten nennen und das offen halten. Alles ist möglich", sagte die 34-Jährige am Donnerstag in München voller Entschlossenheit, und ihr Partner ergänzte:

"Wir probieren viel aus, dann können wir sagen, wie es weitergeht."

Der sechsmaligen Weltmeisterin war deutlich anzumerken, dass sie auch nach 18 Jahren Höchstleistungssport nur schwer ohne den Adrenalin-Kick eines großen internationalen Championats auskommt. Savchenko räumte ein: "Eigentlich brauche ich immer ein Ziel. Schon beim ersten Schaulaufen habe ich gemerkt, dass es nicht so schön wie ein Wettkampf ist".

Unterbeschäftigt sind die beiden Oberstdorfer in der Saison nach Olympia-Gold in Pyeongchang und dem ersten gemeinsamen Weltmeistertitel in Turin aber auch ohne Turnierstress beileibe nicht. Das Duo hat einen Vertrag bei der Revue Holiday on Ice unterzeichnet, viele weitere Schaulaufen stehen auf dem Programmm, der Terminkalender ist randvoll.

Savchenko schließt Olympia 2022 nicht aus

Savchenko wagt sich überdies an eine Doppelbelastung, denn sie wird das Training der US-Paarlaufmeister Alexa Scimeca-Knierim und Chris Knierim übernehmen. Noch ist die gebürtige Ukrainerin ein wenig skeptisch, ob sie diese zusätzliche Belastung stemmen kann: "Ich muss mal schauen, wie ich das alles schaffe."

Dabei mag Savchenko nicht einmal das Fernziel Olympia 2022 in Peking ausschließen, auch wenn sie dann bereits 38 Jahre alt wäre.

"Ich glaube, dass ich noch besser und noch fitter werden kann. Ganz bestimmt werde ich erfahrener,"

sagte sie im Brustton der Überzeugung. Derzeit quälen auch Massot keine gesundheitlichen Probleme: "Meinem Rücken geht es gut, Ich werde versuchen, dass es so bleibt."

Comeback wenn nur gemeinsam

Klar ist: Ein Comeback gäbe es nur gemeinsam. Savchenko: "Wenn wir zurückkommen. kommen wir beide zurück. Das steht fest." Trainer Alexander König sieht allerdings eher andere Probleme auf seine Schützlinge zukommen. "Es wird eine Wahnsinns-Herausforderung sein, wieder eine Brücke ins normale Leben zu schlagen. Sie müssen den richtigen Pegel der Belastung finden", erklärte der Erfolgscoach.

Schwierig wird es zukünftig auch sein, längerfristig gemeinsam zu trainieren. König leitet bereits ein neues Paarlauf-Trainingszentrum der Deutschen Eislauf-Union (DEU) in Berlin, Savchenkos Lebensmittelpunkt wird Oberstdorf bleiben, Massot zieht es - auch aus privaten Gründen - nach la Chaux-de-Fonds/Schweiz. Der 29-Jährige wird im Oktober erstmals Vater, auch eine Heirat mit seiner Verlobten ist geplant.

Bei einem Workshop im August wollen alle Beteiligten diesen Gordischen Knoten durchschlagen und ein sportliches Konzept kreieren. König: "Bis dahin durchleben wir die Situation, wie sie ist."

Die schon jetzt fast legendäre Goldkür "Die Welt von oben" wird das deutsche Publikum - in leicht abgewandelter Form - zwischen Dezember und Februar in zahlreichen deutschen Städten sehen können. Derzeit ist der Premierenauftritt bei Holiday on Ice für den 13. Dezember in Hannover vorgesehen.

Video - Traumhaft schön: Die goldene WM-Kür von Savchenko/Massot

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