Auf die Fragen, ob sie den gebürtigen Franzosen nach seinem Missgeschick vor der Kür nicht wieder aufbauen müsse, antwortete Savchenko harsch:
Das muss er schon selbst machen.
Zunächst hatte sie dem 29-Jährigen während des Schlussbeifalls noch ein aufmunterndes "Good Job" zugerufen. Dabei war es eindeutig Massot, der in der Gangneung Ice Arena die Siegchancen in Pyeongchang durch einen groben Fehler Richtung Nullpunkt sinken ließ. Während seine Partnerin den dreifachen Salchow problemlos aufs Eis setzte, drehte Massot im Kurzprogramm den Routinesprung völlig unerwartet nur doppelt.
PyeongChang
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Konkurrenten bleiben fehlerlos

"Olympia ist nur alle vier Jahre. Da ärgert mich dieser blöde Fehler natürlich maßlos", sagte Massot niedergeschlagen. Bedient war auch Trainer Alexander König: "Ein Höchststrafenfehler. Eigentlich stehen die Chancen 50:1, dass Bruno den dreifachen Salchow sauber aufs Eis bringt."
Auf jeden Fall ist es ein richtig teurer Fauxpas, denn alle konkurrierenden Paare lieferten nahezu fehlerfreie Kurzküren ab. Sogar die Berlinerin Annika Hocke und Ruben Blommaert aus Oberstdorf, denen als 16. kaum erwartet den Sprung ins Kürfinale gelang.

Viel Hoffnung bleibt nicht

Und so müssen die Vize-Weltmeister hoffen, dass die Rivalen der Eisbahn bei der Medaillenentscheidung am Donnerstag irgendwo doch noch Federn lassen. Coach König forderte:
Vor allem aber müssen wir attackieren und nicht labern.
Doch das Zwischenergebnis liest sich nicht gut für die so optimistisch angereisten Grand-Prix-Gesamtsieger aus Oberstdorf.
Die aktuellen Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong aus China (82,39 Punkte) scheinen ebenso enteilt wie die russischen Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow (81,68), die pikanterweise auch vom langjährigen Savchenko-Partner Robin Szolkowy betreut werden. Erreichbar für Savchenko/Massot (76,59) sind aber noch die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford (76,82).

Waren alle Mühen umsonst?

Savchenko fiel es allerdings schwer, den Kopf oben zu behalten. Zuviel hat die extrem ehrgeizige Athletin nach zwei für sie nahezu wertlosen Bronzemedaillen 2010 und 2014 in ihre goldene Mission investiert. Neuer Eispartner, neuer Trainer, neues Umfeld in Oberstdorf - alles vergebens?
"Natürlich ist Enttäuschung da, aber vielleicht wird ja doch noch eine neue Geschichte geschrieben", sagte die 34-Jährige fast trotzig. Es wäre die wohl letzte Story einer bewegten Sportlerkarriere über mittlerweile fast zwei Jahrzehnte.
Drei Eispartner, drei Trainer, fünf Olympische Spiele - zumindest im Eiskunstlauf ein Weltrekord. Aber ohne goldenen Rand eben auch eine schnell verblassende Bestmarke, die in Insider-Datenbänken verschwindet. Ob nicht auch Silber oder Bronze in Pyeongchang ein großer Erfolg wäre, wollte man von Coach König wissen. Seine vielsagende Antwort: "Für mich schon". Aljona Savchenko wurde wohlweislich schon gar nicht mehr danach gefragt...
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