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Keine Savchenko, keine Medaillen: Rückkehr in Weltspitze wird steiniger Weg

Keine Savchenko, keine Medaillen: Rückkehr in Weltspitze wird steiniger Weg
Von SID

24/03/2019 um 13:59Aktualisiert 24/03/2019 um 14:01

Ohne Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko waren die deutschen Athleten bei den Weltmeisterschaften im japanischen Saitama weit von den Medaillen entfernt. Die Deutsche Eislauf-Union muss und will neue Ansätze bei der Wettkampfvorbereitung forcieren. Besonders die Trainer sind gefordert. Doch eine Rückkehr in die Weltspitze ist kurzfristig nicht abzusehen.

Während der alte und neue Weltmeister Nathan Chen aus den USA in der Supersport-Arena von Saitama noch zu einer phantastischen neuen Weltrekordmarke glitt, kreisten die Gedanken bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) längst um das eigene Mittelmaß.

13 Jahre lang hatten Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko und ihre Partner die internationalen DEU-Bilanzen aufgehübscht, doch damit ist es seit den Weltmeisterschaften vor den Toren Tokios vorbei: Die 35-Jährige und ihr aktueller Kufenbegleiter Bruno Massot nehmen sich gerade eine Wettkampfpause, wenig bis nichts spricht für ein Comeback der Oberstdorfer bei internationalen Championaten.

"Bei uns halten zu wenige Läufer durch und kommen an die Spitze. Deshalb müssen wir uns inhaltlich und strukturell neu aufstellen", sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf mit sorgenvoller Miene. Klar ist schon jetzt: Der 66-Jährige, der zum Jahresende in den Ruhestand geht, wird seinem Nachfolger kein gut bestelltes Haus überlassen können.

Erfolg übertüncht Probleme

Die Erfolge der Ausnahmeathletin Savchenko haben viele verbandsinterne Defizite mehr als ein Jahrzehnt lang übertüncht. Selbst von Top-Ten-Platzierungen waren die deutschen Läufer im fernöstlichen Kaiserreich zum Teil weit entfernt, der deutsche Meister Paul Fentz aus Berlin scheiterte sogar bereits in der Qualifikation.

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Dönsdorf sieht die markantesten Defizite in der fachlichen Betreuung der Läufer:

"Wir sind in einer kritischen Phase und an einem Wendepunkt. Die Trainer müssen erkennen, dass ihre Methoden nicht mehr zum Erfolg führen."

Nicht angesprochen fühlen musste sich bei diesen deutlichen Vorhaltungen eigentlich nur der Berliner Coach Alexander König, der Savchenko/Massot zu Olympiasiegern und Weltmeistern formte. Schließlich ist der Kontakt zur Weltspitze im Paarlauf noch am engsten. Die Berliner Paare Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert sowie Annika Hocke und Ruben Blommaert schnitten als 13. und 14. in Saitama noch annähernd respektabel ab.

Doch auch in dieser Disziplin steht der DEU eine Durststrecke bevor, König will da gar keine falschen Hoffnungen wecken:

"Von heute auf morgen geht da nichts."

Dennoch ist eine gewisse Konzentration auf den Paarlauf schon wegen der quantitativ schwächeren Konkurrenz kein falscher Ansatz. Und wohl noch der kürzeste Weg zu früheren Erfolgen.

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