Gert Oestreich (Dresden/Eisschnelllauf) und Harald Löffler (Oberstdorf/Shorttrack) kandidieren als Vize-Präsidenten, Marina Wunderlich (Berlin) soll Schatzmeisterin werden. Zudem werde die Geschäftsstelle von München nach Berlin umziehen.

"Das ist meine letzte Pressekonferenz als kommissarischer Präsident. Entweder gibt es dann den Präsidenten Matthias Große oder nicht", sagte Große am Freitag in Berlin. Die außerordentliche Mitgliederversammlung mit Wahlen findet am 19. September in Frankfurt/Main satzungsgemäß unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Große, Lebenspartner der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, war am 18. Juni von den Vorstandsmitgliedern Uwe Rietzke und Dieter Wallisch zum kommissarischen Präsidenten ernannt worden. Der Berliner Immobilienmakler verspricht für den Fall seiner Wahl eine finanzielle Konsolidierung des klammen Verbandes und hat bereits einen neuen Hauptsponsor präsentiert.

Auf die Kritik, dass neues Geld nur fließe, wenn er gewählt werde, meinte Große: "Etwas Gutes zu tun zum Beispiel für den Jugendbereich ist keine Erpressung, sondern eine Wohltat. Wer das nicht verstehen will, kann mit uns gerne darüber diskutieren."

Sylvia Schenk, Sportexpertin von Transparency Deutschland, kritisierte die Haltung von Große. "Wer wie Matthias Große im Spiegel-Interview den Eindruck erweckt, ein deutscher Sportverband sei käuflich und man müsse nur genug Leuten Pöstchen geben, damit ihn alle wählen, untergräbt die demokratische Struktur im deutschen Sport", so Schenk.

Auch sorge die Tatsache, dass der Präsident zugleich Lebensgefährte der bekanntesten Athletin ist, für Probleme, so Schenk. "Good Governance ist ein ausdrückliches Kriterium für die Spitzensportförderung des Bundes ? dieses offensichtliche Defizit an Führungskultur sollte Anlass für eine Überprüfung der Mittelvergabe an die DESG sein", meinte Schenk.

Große ist umstritten, hat bereits den Bundestrainer und den Sportdirektor des Verbandes entmachtet. Derzeit bekomme er aber nur noch von einer Person Kritik. "Schönen Gruß an Moritz Geisreiter", so der Präsident. Der Athletenvertreter der DESG hatte Große in der Vergangenheit mehrfach dafür kritisiert, dass er im Verband zu sehr spalte und zu wenig integrativ wirke.

Die Geschäftsstelle wird im Falle der Wahl Großes von München nach Berlin umziehen. "Wir brauchen eine Geschäftsstelle im Zentrum der Macht. Das ist Berlin", sagte Große, der nach eigener Aussage bundesweit breite Unterstützung für die Entscheidung erfuhr. Inzell werde der "neue sportliche Hotspot".

Unterstützung erfährt Große auch von Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der am kommenden Samstag im Hotel Lindner in Frankfurt/Main auf der Versammlung Grußworte sprechen wird. Einen Gegenkandidaten für Große gibt es bislang nicht.

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