SID

Eisschnelllauf: DESG besorgt über Bericht im Doping-Skandal

Eisschnelllauf: DESG besorgt über Bericht im Doping-Skandal
Von SID

10/04/2019 um 15:17Aktualisiert 10/04/2019 um 15:23

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat "mit großer Sorge" auf die mediale Bekanntgabe des Namens und den erhobenen Verdacht gegen einen Eisschnellläufer im Zuge des Doping-Skandals um den Erfurter Sportarzt Mark S. reagiert. Der Verband verurteile jede Art von Doping und bekenne sich zu 100 Prozent zum Antidopingkampf.Man werde alle beteiligten Stellen, insbesondere die Nationale...

reagiert. Der Verband verurteile jede Art von Doping und bekenne sich zu 100 Prozent zum Antidopingkampf.

Man werde alle beteiligten Stellen, insbesondere die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA), bestmöglich unterstützen, um den Fall so rasch wie möglich umfassend aufzuklären und im Falle eines nachgewiesenen Verstoßes eine konsequente Ahndung zu ermöglichen. "Hierfür sind die Ermittlungen und die sich daraus ergebenden Erkenntnisse sowie das gegebenenfalls anschließende Verfahren abzuwarten; bis dahin gilt die Unschuldsvermutung, die wir selbstverständlich respektieren werden", hieß es in einer Stellungnahme.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein forderte derweil eine Reaktion von dem besagten Sportler. "Wenn Du unschuldig bist, dann sag es ? und alle sauberen Sportler werden hinter Dir stehen", schrieb die 47-Jährige in einem offenen Brief bei Facebook: "Wenn nicht, dann sag auch das und stehe dafür ein, was Du getan hast!"

Der MDR hatte am Dienstag in einem Bericht einen ehemaligen Eisschnellläufer namentlich mit Mark S. in Verbindung gebracht. Die NADA hielt sich mit einer Bewertung des Berichts zurück, derzeit könne man inhaltlich nichts zu dem Sachverhalt sagen. "Es gilt aber: Wir prüfen mögliche sportrechtliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen aufgrund der Erkenntnisse der "Operation Aderlass". Unsere Ermittlungen dauern an", sagte NADA-Sprecherin Eva Bunthoff.

Sollten sich daraus Erkenntnisse ergeben, die Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen deutscher Athletinnen und Athleten - in einem sportrechtlich nicht rechtsverjährten Zeitraum, also auch vor 2015 ? nicht ausschließen, werde man entsprechende Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht einleiten.

Nach Angaben der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Dopingkriminalität in München sind derzeit 21 Sportler aus acht europäischen Ländern im Rahmen der "Operation Aderlass" im Visier der Ermittler. Sie sollen zwischen 2011 und 2019 unter Anleitung des Erfurter Netzwerks Eigenblut-Doping betrieben haben. Die Staatsanwaltschaft wollte den MDR-Bericht am Mittwoch "weder bestätigen noch dementieren". Man werde "zu einem späteren Zeitpunkt" mit gesammelten Informationen an die Öffentlichkeit gehen.

Die Beteiligung eines deutschen Athleten ist bislang nicht offiziell bestätigt. Jedoch hatte bereits die ARD-Dopingredaktion vor zwei Wochen über einen namentlich nicht genannten deutschen Eisschnellläufer berichtet, der in Verbindung zum Doping-Skandal um Mark S. steht.

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