Er sehe "seit einigen Wochen auch mit Sorge das Entstehen einer gewissen Angst, die eigene Meinung zu sagen", sagte der 32-Jährige der Süddeutschen Zeitung.

Seit Große, Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, den Verband führe, kämen Sportler auf ihn zu, berichtete Geisreiter, "und sagen ungefragt, dass sie Bedenken haben, ihre Meinung zu äußern, weil sie nicht wissen, ob sie dann ihren Kaderstatus behalten."

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Der zweite DESG-Athletensprecher, der ehemalige Shorttracker Leon Kaufmann-Ludwig, ergänzte: "Per E-Mail wurden alle Athleten, Angestellten und Wahlämter der DESG 'inständig gebeten', dass man alle Interviewanfragen direkt an die Pressestelle weiterleiten und sich nicht direkt äußern solle. Das klingt aus meiner Sicht wie ein Maulkorb."

Laut Geisreiter habe der Geschäftsmann Große nach seiner Wahl am 19. Juni "eine Chance verdient". Allerdings stehe er dem 52-Jährigen nach der "Maulkorb-Mail" und der Kündigung von Bundestrainer Erik Bouwman schon "wieder skeptischer" gegenüber.

Ein persönliches Treffen mit Große, der sich bei der Mitgliederversammlung im September zu Neuwahlen stellen muss, sei bislang nicht zustande gekommen. "Ich stehe im Kontakt mit ihm", berichtete Geisreiter, "ich habe per E-Mail einen persönlichen Termin gemeinsam mit Leon angefragt. Den hat er grundsätzlich zugesagt. In der Zwischenzeit sind weitreichende Entscheidungen getroffen worden."

Große hätte die Entlassung Bouwmans "erst einmal nach innen abklären" sollen, bemängelte der zweimalige Olympia-Teilnehmer Geisreiter: "Athleten, die mit mir sprechen, sagen, sie sehen keinen anderen Profiteur als Pechstein und Große."

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