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Hörmann kritisiert Eisschnelllauf-Bundestrainer für Treffen mit Doping-Verdächtigem

Hörmann kritisiert Eisschnelllauf-Bundestrainer für Treffen mit Doping-Verdächtigem
Von SID

04/12/2019 um 10:14Aktualisiert 04/12/2019 um 10:21

DOSB-Präsident Alfons Hörmann übt harte Kritik an einem Treffen von Eisschnelllauf-Bundestrainer Erik Bouwman mit dem Doping-Beschuldigten Robert Lehmann-Dolle. Die beiden saßen gemeinsam mit Junioren-Coach Daan Rottier am 8. November im Chiemgauer Hof während der deutschen Meisterschaften in Inzell bei einem Wein zusammen. Seit Monaten wird gegen Lehmann-Dolle wegen Blutdoping-Verdachts...

Die beiden saßen gemeinsam mit Junioren-Coach Daan Rottier am 8. November im Chiemgauer Hof während der deutschen Meisterschaften in Inzell bei einem Wein zusammen. Seit Monaten wird gegen Lehmann-Dolle wegen Blutdoping-Verdachts ermittelt. Der Olympiastützpunkt Berlin entließ ihn bereits als Trainer.

Hörmann sagte der Sport Bild: "Wir halten es für ein völlig inakzeptables Signal, wenn rund um solche Meisterschaften eine inakzeptable Nähe vom amtierenden Bundestrainer zu einem Trainer besteht, der aufgrund von möglichen Betrügereien vom Dienst suspendiert ist." Dem Verband DESG habe man bereits mitgeteilt, dass so etwas nicht gehe.

Bouwman räumte gegenüber Sport Bild einen Fehler ein und erklärte die Hintergründe: "Eigentlich war ich im Gespräch mit Daan Rottier und dem Berliner Stützpunkttrainer Sascha Wilhelm. Dann lief Robert Lehmann-Dolle vorbei und hat sich spontan hingesetzt."

Natürlich sei das etwas komisch, räumte Bouwman ein. "Aber es ist auch so, dass sein Doping-Verfahren noch läuft und die Unschuldsvermutung bis zum Urteil gilt. Von daher haben wir ihm nicht gesagt: Es ist verboten, dass du hier sitzt. Das war es nach meinem Gefühl auch nicht, solange das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Im Nachhinein muss man sich jedoch selbstkritisch hinterfragen, da unsere Haltung auch klar ist: Wir stehen für null Toleranz bei Doping", so der Bundestrainer weiter.

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